Windkraft in Reusrath - Unsinn oder wirtschaftliche Notwendigkeit ?

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Unter strengen Auflagen, was den Schutz des Rotmilans und der Fledermäuse anbetrifft, war einem Windkraftbetreiber der Bau von 2 Windkraftanlagen des Typs E 70 im Stadtteil Reusrath genehmigt worden. Mittlerweile hat eine der Anlagen ihren Betrieb aufgenommen, während der Bau der zweiten Anlage nach Einschalung des Fundamentes unterbrochen wurde.

Der Windkraftbetreiber  hatte gegen die Auflagen zum Schutz der Fauna Klage bei dem Verwaltungsgericht in Düsseldorf erhoben und nach einem Bericht in der heutigen Ausgabe der Rheinischen Post eine Niederlage erlitten. Mit der fadenscheinigen Begründung, dass auch die nahen Autobahnen und Hochspannungsleitungen eine Gefahr für diese Tiere darstellen würden, wo vergleichbare Auflagen nicht bestehen, sollte wohl eine Gleichheit vor dem Gesetz erreicht werden.

Warum nun der Windkraftbetreiber die Anlage E 70 an Standorten abbaut, wo Repowering betrieben wird und in Reusrath wieder aufstellt, erschließt sich nach Betrachtung bestimmter Hintergründe eigentlich nicht.

Als vorrangiger Faktor für die wirtschaftliche Nutzung einer Windkraftanlage ist die Windgeschwindigkeit, die im Bereich von Köln und Düsseldorf im Jahresmittel zwischen 20 und 10 kmh schwankt, überschläglich ist nach Umrechnung anzunehmen, das von 5 m / sec. auszugehen ist. 

Bei derartigen klimatischen Grundwerten weist die Kennlinie der Enercon Windkraftanlage E 70 eine durchschnittliche Leistungsabgabe von 130 kWh aus.

Zum Vergleich sei angemerkt, dass diese Anlage bei Vollauslastung auf  1.200 kWh ausgelegt ist.

Wenn der Betreiber nun auch noch Abschaltzeiten einhalten muss, dann dürfte klar sein, dass mit Wind auf Reusrath ' s  Äckern mit dieser Anlage kaum Geld zu verdienen ist.

Eigentlich wollte man mit der Bauhöhe viel weiter nach oben und hatte mit dem ersten Mann im Rathaus einen guten Fürsprecher. Aber die massiven Bürgerproteste in Reusrath machten diesem Vorstoss ein Ende, es blieb bei einer Bauhöhe unter 100 Metern !

Und dabei wird es auch bleiben, denn die neue Gesetzeslage wird einen Abstand  höherer Windkraftanlagen vom momentanen Standort zur vorhandenen Wohnbebauung nicht mehr zulassen. 

Nun erklärt es sich auch, warum der Windkraftbetreiber die Bauarbeiten unterbrach, er wollte wohl die Entscheidung des Gerichtes abwarten. Es bleibt nun interessant, ob das Schalungsmaterial wieder herausgenommen und die Baugrube zugeschüttet wird. 
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