Die Montagsmaler von der Talstraße

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Gemeinsam künstlerisch aktiv: Marcus Krebs und Elke Hens-Essaid machen mit in der montäglichen „Malwerkstatt“ des SPZ an der Talstraße. (Foto: Lammert)
 
(Foto: Lammert)

Im sozialpsychiatrischen Zentrum an der Talstraße gibt es immer montags die Möglichkeit zum gemeinsamen Malen. Die Gruppe bietet Menschen mit und ohne Psychiatrieerfahrung eine Plattform, ihre Werke werden regelmäßig ausgestellt.

Bunte Farben auf großen Leinwänden, dicke Kleckse auf Holzbrettern und eine riesige Palette an Buntstiften: Die „Malwerkstatt“ des Sozialpsychiatrischen Zentrums (SPZ) an der Talstraße verleitet schon auf den ersten Blick zum Mitmachen. Immer montags von 11 bis 13 Uhr darf sich hier, wer mag, künstlerisch austoben.

Bereits seit 1999 gibt es die heute von Künstlerin Elisabeth Abs geleitete Malgruppe im SPZ, das dem städtischen Gesundheitsamt untersteht und hier als zentrale Anlaufstelle eine Kontakt- und Beratungsstelle unterhält. „Kunst wird bei uns groß geschrieben“, betont SPZ-Leiterin Kornelia Steeg. Und davon sei die Malwerkstatt ein fester Bestandteil, die die Sozialtherapeutin wie folgt beschreibt: „Das ist ein offenes Angebot für alle, die mögen. Hier malen Menschen mit und ohne Psychiatrieerfahrung gemeinsam.“

Das regelmäßige Angebot soll eine Plattform bilden für die Kreativität und eigene Ästhetik von Menschen mit psychischer Erkrankung. Es hat auch einen therapeutischen Effekt, wie Kornelia Steeg erklärt: „Durch die Gruppe entstehen viele soziale Kontakte die zusammenwachsen. Der Einzelne stabilisiert sich. Sich auszudrücken in Farbe und Form, was mit Worten sonst schwer fällt, hat auch heilende Wirkung. Und viele Teilnehmer können mit der Malerei etwas für sich verändern.“

Ein wesentliches Element sei dabei die wechselseitige Unterstützung der Gruppe und ihr offener Charakter. „Es kommen immer wieder neue Leute dazu und jeder kann malen, was er möchte und eigene Ideen umsetzen“, sagt Steeg, „die Teilnahme lohnt sich für alle, die Freude am Malen haben.“

Brigitte Bilstein ist seit 2008 in der Malgruppe dabei und weiß nur Positives zu berichten: Ich habe hier eine neue Struktur gefunden und ich merke, dass sich neue Bilder entwickeln. Die Malgruppe gibt mir viel Halt, und die Möglichkeit, Probleme anzusprechen.“

Bilstein schwärmt von der „familiären Atmosphäre“ und den „guten Kontakten“ in der Gruppe: „Man freut sich auf den Montag und darauf, dass man etwas schaffen kann. Ich kann einiges geben und nehmen.“

Das Material für ihre Teilnehmer wird in der „Malwerkstatt“ gestellt. Die Räumlichkeiten im SPZ sind, nach Absprache, sogar nutzbar als offenes Atelier. Da ist es nur folgerichtig, dass auch an den Wänden der städtischen Einrichtung vor Ort entstandene Werke zu bestaunen sind. Aktuell sind hier unter dem Titel „Was danach geschah....“ Bilder externer Künstler ausgestellt.

Werke werden am Freitag, 19. Februar, karitativ versteigert


Werke der „Malwerkstatt“ sind bis zum kommenden Freitag, 19. Juni, als Teil des „Runden Tisches für Outsider-Art“in der Johanneskirche, Martin Luther Platz 39 zu sehen. Die abschließende öffentliche Versteigerung der ausgestellten Exponate erfolgt am Freitag um 19 Uhr. Alle Künstler spenden Ihre Arbeiten zugunsten der Aktion „Neue Bäume für Düsseldorf“.

Kontakt: Sozialpsychiatrisches Zentrum, Talstraße 74, Telefon: 8992952.
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Elke Es Said aus Düsseldorf | 21.06.2015 | 08:18  
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