Nach Angelina Jolies OP: Wie sinnvoll sind Brustamputationen?

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Dr. Carolin Nestle-Krämling (rechts) bei einer Brustoperation. (Foto: Sana Kliniken)

Die Brustamputation von Angelina Jolie hat das Thema Brustkrebs auch in Deutschland in den Mittelpunkt gerückt. Im Raum steht vor allem die Frage, ob eine präventive Abnahme der Brüste sinnvoll ist.

Brustkrebs ist hierzulande die häufigste Krebsart bei Frauen. Keiner andere Krebsart fallen so viele Frauen zum Opfer. Bei der Erkrankung kann das Erbgut eine Rolle spielen; rund fünf bis zehn Prozent von an Brustkrebs erkrankten Frauen haben die Krankheit vererbt bekommen.

Die amerikanische Schauspielerin Angelina Jolie gehört zu diesen Frauen. Der Hollywood-Star ist BRCA 1-Genmutationsträger. Nachdem bei Jolie diese Brustkrebs auslösende Mutation diagnostiziert wurde, ließ sie sich ihre Brüste vorsorglich entfernen.

Ist eine solche prophylaktische Brustamputation überhaupt sinnvoll? „Das hat nur Sinn“, erklärt Dr. Carolin Nestle-Krämling, Chefärztin Abteilung Senologie an den Sana Kliniken Gerresheim, „wenn eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für eine Brustkrebserkrankung vorliegt.“

Ist eine solche prophylaktische Brustamputation überhaupt sinnvoll? „Das hat nur Sinn“, erklärt Dr. Carolin Nestle-Kremling, Chefärztin Abteilung Senologie an den Sana Kliniken Gerresheim, „wenn eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für eine Brustkrebserkrankung vorliegt.“

Bei welchen Frauen ist die Wahrscheinlichkeit hoch?

Eine solche Wahrscheinlichkeit liegt vor, wenn zwei oder mehr blutsverwandte Frauen – z.B. die Mutter, die Tochter oder zwei Schwestern – bereits in jungen Jahren (unter 50) an Brustkrebs erkrankt sind. Dann könnte eine BRCA 1- oder BRCA 2-Genmutation vorliegen. „Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, liegt bei BRCA 1 bei bis zu 85 Prozent, bei BRCA 2 bei 50 bis 65 Prozent“, führt Dr. Nestle-Krämling aus.

Für diese Gruppe sei die prophylaktische bilaterale Mastektomie, also die vorsorgliche Amputation beider Brüste, die effektivste Methode der Prävention, da sie das Brustkrebsrisiko um etwa 90 bis 95% reduzieren kann. Aber, wie Dr. Nestle-Kremling betont: „Null Prozent Risiko gibt es nicht.“

Bei der Operation wird das Brustdüsengewebe entnommen. Die Haut und die Brustwarzen können bei entsprechend subtiler Operationstechnik erhalten bleiben und durch moderne Operationstechniken der Implantatrekonstruktion in einem Eingriff wiederhergestellt werden. „Wir bieten immer an, die Brüste sofort zu rekonstruktieren, das ästhetische Ergebnis ist dann häufig sehr gut und die Operationsnarben kaum zu erkennen“, erklärt Dr. Nestle-Krämling.
In den Sana Kliniken werden solche Operationen verhältnismäßig oft vorgenommen, aktuell sind es dort eine bis drei pro Woche bei Frauen mit nachgewiesener BRCA-Mutation.
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