Ratgeber Gesundheit: Wenn Essen krank macht

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Viele Menschen leiden unter einer Glutenallergie und müssen daher die meisten Brotsorten meiden. Foto: RB-Archiv
Von Natascha Plankermann

Experten informieren am 7. Juni über gesunde Ernährung und Intoleranzen

(pla). „Frei von“-Produkte sind zu einem guten Geschäft geworden – wahlweise geht es um Laktose oder Gluten, das in bestimmten Lebensmitteln nicht enthalten ist. Auch beliebt: die Aufschrift „vegan“, die reizen soll, Lebensmittel zu kaufen. Mit der Vielfalt steigt die Unsicherheit: Was bedeutet gesunde Ernährung wirklich? Was kann oder darf man unbesorgt essen? Wie zeigt sich eine Unverträglichkeit oder eine Allergie? Bleibt eine Intoleranz ein Leben lang und wie gestaltet sich dadurch das Essen im Alltag? Antworten auf diese Fragen geben drei Experten am Mittwoch, 7. Juni, 18 bis 19.30 Uhr, im Haus der Ärzteschaft, Tersteegenstraße 9, bei der Ratgeberveranstaltung „Wenn Essen krank macht - Gluten, Laktose und Co.“ der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo) in Zusammenarbeit mit dem Rhein-Boten und der NRZ.

Nach einer Einführung von Dr. Carsten König, dem stellvertretenden Vorsitzenden der KV Nordrhein, befasst sich die Ernährungswissenschaftlerin und Allgemeinmedizinerin Dr. Ursula Kihm mit ernährungsbedingten Krankheitsbildern. Sie unterscheidet zwischen strukturellen Unverträglichkeiten, die etwa nach Operationen auftreten, und funktionellen Problemen mit der Ernährung, die durch Allergien oder Intoleranzen auftreten können. „Die Gesundheitsprobleme durch das Essen haben oft eine Reihe von Ursachen. Unter anderem sind sie in unserem Speiseplan begründet, auf dem eine Reihe ultraverarbeiteter Lebensmittel mit Zusatz- und Aromastoffen wie beispielsweise Fertigpizza stehen“, sagt Ursula Kihm. Sie empfiehlt eine ausgewogene Mischkost mit möglichst wenigen Fodmap (eine Abkürzung für: Fermentierbare Oligo-, Di-, Monosaccaride und Polyole). Dazu gehören Kohlenhydratverbindungen wie Fruktose, Fruktane, Laktose, Galaktose, außerdem die Zuckeraustauschstoffe Xylit, Sorbit und Maltit.

Lebensmittel mit diesen Inhalten werden nicht von allen Menschen gut vertragen. Dr. Kihm betont: „Es gibt nicht die eine Ernährungstherapie für alle, diese ist immer an individuellen Bedürfnissen ausgerichtet.“

Viele Menschen, die glauben, eine Intoleranz oder Unverträglichkeit zu haben, bekamen noch nie eine Diagnose gestellt. Wie sich Erkrankungen, die auf Nahrungsmitteln beruhen, feststellen lassen und welche Tests oder Analysen in diesem Zusammenhang seriös sind, das erläutert Urs Schaden, Facharzt für Innere Medizin, Diabetologe und Ernährungsmediziner. Ein wichtiges Detail der Diagnose ist ein Protokoll, in dem festgehalten wird, wann gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit einer Mahlzeit auftreten und wie diese Beschwerden aussehen. Mit solchen Protokollen arbeitet auch die Ökotrophologin Jennifer Fritz aus Düsseldorf – vor allem in einer Phase, in der es gilt, nach einer Zeit des Verzichts auf bestimmte Lebensmittel zu testen, wie viel ein Mensch beispielsweise von einer bestimmten Obstsorte essen kann. „Äpfel, Birnen oder Pflaumen werden oft aufgrund ihres hohen Fruchtzuckergehaltes nicht gut vertragen. In solchen Fällen greift man besser zu einer Banane oder nascht Beerenfrüchte, die mehr Traubenzucker enthalten“, verrät die Ernährungsberaterin, die Menschen mit Intoleranzen oder Allergien dabei hilft, ihre Essverhalten umzustellen.

Im Anschluss an die Referate der Experten hat das Publikum die Möglichkeit, Fragen in einer von Natascha Plankermann moderierten Runde zu stellen. Der Eintritt ist frei.
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