„Chillige“ Szene Schallplattenbörse

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Auf der Schallplattenbörse gab es so manche Rarität
47. Marktplatz für Schallplatten und CDs im Bürgerhaus Reisholz


Kein Parkplatz um das Bürgerhaus an der Kappeler Straße in Reisholz zu bekommen. Schon früh haben sich die Schnäppchenjäger eingefunden. Das wissen auch die Leute an ihren Ständen und deshalb, schnell noch ein Brötchen und einen Kaffee an der Bar des Cafés im Saal des Bürgerhauses, bevor es losgeht.
Die eingefleischten Sammler kommen ganz gezielt. Sie wissen, pünktlich Dasein zu müssen, um die entsprechenden Schnäppchen zu sichern. „Diese sind nämlich schnell weg“, erklärt ein Besucher, der sofort im Saal verschwindet und sich unter die Suchenden mischt. Hier tummeln sich schon einige und kramen in den Kartons, wo sich die Vinyl-Schallplatten befinden. Diese sind nunmehr schon seit mehreren Jahren wieder im Trend. Wolfgang Pillath hat direkt an der Bühne des Saals seinen Platz und präsentiert einige seiner Highlights professionell auf Ständern. Auch für ihn sind die Vinylplatten der absolute Hit, obwohl er heute seine CD-Sammlung zum Verkauf anbietet. „Es ist wohl so, dass grundsätzlich etwa 80 Prozent Vinyl und nur 20 Prozent CDs angeboten werden“, erklärt Pillath. Nach seiner Auffassung hat es die CD nie geschafft ein Sammlergrund zu sein. „Die CD schiebst du in den „Ofen“ und sie spielt, die Vinyl hingegen musst du hegen und pflegen, damit sie auf dem Plattenteller ihren Genuss präsentiert“, so der Verkäufer. Außerdem ist seine Erfahrung, dass Kids überhaupt keinen Bezug zur CD haben. Zum einen kennen sie nur ihre MP3-Player, wo sie ihre Musik aus dem Netz geladen haben. Zum anderen sind sie durchaus mit dem Revival-Produkt Vinyl besser vertraut. „Ich weiß es von meinen Kindern, die würden nie eine CD kaufen“, sagt Pillath. Aus dem Grund ist auch nicht mehr als fünf bis sechs Euro für eine CD zu erlangen. Besser hingegen die Schallplatte, die kann durchaus einige hundert Euro einbringen, wenn es eine erste Pressung und sie noch gut in Schuss ist.

Der kleine, aber feine „musikalische Marktplatz“, findet bereits zum 47. Mal statt. „Wir feiern heute den 12. Geburtstag dieser Veranstaltung und wir sind sehr stolz, so viele Jahre durchgehalten zu haben“, meint Veranstalter Ralf Berghoff. Für ihn ist klar, dass die „chillige Szene-Atmosphäre“ dazu beigetragen hat, die relativ lange Zeit zu überstehen. „Das kommunikativ Offene lieben die Freunde dieser Börse“, erklärt er. Die Attraktivität steigt noch um eine weitere, denn der Eintritt frei ist.

Auch im nächsten Jahr wird es wieder viermal diesen gemütlichen Plausch zwischen Sammler und privatem Anbieter geben. Dann darf auch wieder nach Raritäten von Wishbone Ash, Kraftwerk, Elvis oder den McCoys Ausschau gehalten werden. „Ich hoffe, dass dann wieder alle Standplätze ausgebucht sind“, witzelt Ralf Berghoff.
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