Da steht ein Pferd auf‘m Flur

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Pony zu Gast im St. Antonius Altenheim



Es ist schon im ersten Augenblick befremdlich, ein Pony im Aufzug zu sehen. Das Pony selbst nimmt es gelassen und trottet auf den Gang des St. Antonius Altenheimes in Hassels, lässt sich von allen streicheln und genießt das ein oder andere Möhrchen. So lustig wie es klingt, so ernsthaft ist es dennoch. Denn Tiere fördern die Kommunikationsbereitschaft.

Es ist 10 Uhr und Dirk das Pony ist schon da und wartet eingelassen zu werden. Die Pflegedienstleiterin des Heimes, Stephanie Lammertz, begrüßt den Besucher mit einer Möhre. „Wir haben bereits im letzten Jahr, den Versuch gestartet, mit dem Pony die Aufmerksamkeit unserer Bewohner zu erhöhen und die Reaktionen waren sensationell“, erzählt sie. Die Erfahrungen des Personals des St. Antonius Altenheimes mit Tieren ist beachtlich. „Gerade die dementen Menschen erzählen Sachen, die sie sonst nie erzählen“, ergänzt die Pflegedienstleiterin. Die ersten Insassen kommen bereits neugierig vor die Tür, als sich Dirk und seine Besitzerin Tanja Reitz auf dem Weg zum Aufzug machen. Dirk wirkt so ruhig, dass man neidisch werden könnte. „Der ist unnormal gechillt“, meint die Pony-Besitzerin. Auf der Etage werden Dirk und seine Begleiter schon erwartet. Streicheln und schmusen ist nun angesagt. Sogar in die Zimmer darf das Pony, um dort seine Streicheleinheiten abzuholen und die Menschen für ein paar Minuten glücklich zu machen. Es ist offensichtlich, dass diese wunderbare Tier das Herz der Menschen bewegt.

Tiere willkommen

Auch andere Tiere haben Zugang zu den Senioren, die bis zu 104 Jahre alt sind. „Tiere sind hier absolut willkommen“, meint Lammertz. So gehört die Katze „Mausi“, die wohl aus der direkten Umgebung stammt, schon so gut wie zum Haus. Sie wird von Bewohnern wie Besuchern gehegt und gepflegt. Ebenfalls zwei Kaninchen gehören zum tierischen Inventar des Hauses. Angelehnt an das Kinderbuch von Erich Kästner wurden die beiden „Das doppelte Lottchen“ getauft. Ein weiterer gern gesehener Gast ist die Hündin Lana von Sonja Pokorra, einer Mitarbeiterin des St. Antonius Altenheimes. Lana ist ein Teil des Betreuungsteams und bereitet vor allem bei Zimmerbesuchen oder Spaziergängen den abwechslungsliebenden „Alten“ gehörig Freude.

Beispielhaft

Es ist außergewöhnlich, wie die Tiere die Menschen ansprechen. „Dies liegt sicherlich an der grenzenlosen Liebe der Tiere zu den Menschen“, stellt Sonja Pokorra fest. Und Stephanie Lammertz ergänzt: „Nicht wir kommen an das Innere des Menschen heran, sondern ausschließlich die Tiere.“. Deshalb wird die Aktion jedes Jahr wiederholt. Den 67 Bewohnern, die auf drei Etagen wohnen, bringt es eine willkommene Abwechslung im doch tristen Alltag. Es könnte durchaus eine Empfehlung an andere Altenheime sein, dem Beispiel des katholischen St. Antonius Altenheimes zu folgen.
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Norbert Opfermann aus Düsseldorf | 27.06.2016 | 21:40  
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