Kolumne: Urlaub und Alltag

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Wenn der Alltagstrott einen fest im Griff hat, sollte eigentlich ein Urlaub Abhilfe schaffen. Denn eine Reise, noch dazu mit fernem Ziel, bedeutet zunächst einmal: Raus, Tapetenwechsel, Luftveränderung! Interessanterweise gibt es aber auch im sonnigen Süden regelmäßig wiederkehrende Abläufe, und zwar nicht zu knapp.

Das Liedgut etwa, das einen bei der ersten passiven Wahrnehmung des Animationsprogramms noch zum Mitwippen bringt, wird spätestens am dritten Tag zur Gehirnwäsche: Schließlich scheint ein und dasselbe Band mit den fünf bis acht Hotel-Hits nicht nur beim täglichen Aqua-Aerobic zu laufen, sondern auch im Fitness-Raum und beim allabendlichen hausinternen Tanz.

Gegen diese Überdosis „Gangnam Style“ und Co hilft nicht einmal langes Abtauchen im Pool! Auch das gespanischte Englisch, der Dauerbrenner der fünfsprachigen Moderations-Maschinerie, verfestigt mit seinen regelmäßigen „Läidiis äänd Dschentalmaan"-Durchsagen einen gewissen „Und täglich grüßt das Murmeltier“-Eindruck.

Ebenfalls ein Klassiker ist das leicht schmerzhafte Kratzen des Hotel-Bändchens am eigenen Sonnenbrand – genauso lästig und offenbar unvermeidlich, wie das ständige Herunterfallen des „Bitte-nicht-stören“-Schildes von der Türklinke. Dazu die spitzen Schreie der überdrehten Animateurin und der Torjubel der Russisch-Britischen Wasserball-Auswahl, überlagert vom anhaltenden Duft von Zwiebelringen und Hotdogs.

Alltag im Urlaub. Auch `mal schön. Aber nach zehn Tagen davon gefällt mir auch der Alltag daheim wieder ganz gut...
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