Lehrstunde des „Master of Hellfire“ - Entertainer Hubertus Wawra zeigte mir, wie man Feuer schluckt

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Hier behält Hubertus Wawra (l.) genau im Auge, wie sich RB-Mitarbeiter Jan Franco beim Feuerschlucken schlägt. Foto: Hoch
 
Die Flamme näherte sich immer mehr meinem Gesicht. Foto: Hoch

Es war ein Besuch bei Kollegen. Hubertus Wawra, auch als Master of Hellfire bekannt, reiste in der vergangenen Woche nach Düsseldorf, um die Show von Flic Flac auf den Oberkasseler Rheinwiesen zu sehen. Oft steht er mit auf der Bühne, gehört zum Team. Nur gerade nicht. „Zurzeit habe ich ein Engagement bei den Horror Nights im Europa Park Rust“, erzählt Wawra, den der Rhein-Bote ganz entspannt in Düsseldorf traf.

Die Horror Nights mag der Mann, dessen Element schon seit jungen Jahren das Feuer ist. Das Programm im Europa Park ist freigegeben ab 16 Jahren. Für Wawra der perfekte Rahmen für seine gewaltige Feuershow - die er immer mit einer Prise Komik würzt. Wie er so ist, was sein Element ist, davon durfte sich Rhein-Bote Mitarbeiter Jan Franco ein Bild machen. Er traf Hubertus Wawra zum Feuerschlucktermin:

„Wir stehen an einem windgeschützten Platz, denn schon der kleinste Luftzug kann zur Gefahr werden. Der Master of Hellfire bietet mir an, mir das Feuerschlucken zu zeigen. Ich sage so etwas wie ‘ich werde es mir mal anschauen‘ und plötzlich bin ich mitten drin.

Er ist auffallend. Der Mann mit dem Irokesen-Schnitt und der dunklen Stimme. Dass er in seinen Shows Feueracts einbaut, kann ich mir gut vorstellen. Präsent, das beschreibt Hubertus Wawra perfekt. So erzählt er von seinen Erfahrungen.

Verbrannt hat er sich schon öfter sagt er, aber für ihn gehört es dazu. Solange es nicht auf Unvernunft zurückgreifbar ist, möchte er sein Handwerk fortführen. ‘Du darfst gleich auf keinen Fall einatmen, sonst breitet sich die Flamme aus‘, sagt er zu mir, was mich keineswegs beruhigt.

Wawras große Leidenschaft ist es Leute zum Lachen zu bringen, erzählt er. Kombiniert mit seinem Element dem Feuer. Feuer und Humor, passt das denn zusammen?
‘Mit Feuer lassen sich tolle Gags kombinieren‘, so der Entertainer, ‘wenn ich jetzt sage ich habe Burn-out, kann das auf der Bühne ganz gut funktionieren.‘ Ich schmunzele kurz, bis ich wieder an die bevorstehende Aufgabe denke. Klar ist: Wawra bringt zum Lachen. Er schafft es andere mit seinen Gags zu begeistern, ohne sie krampfhaft begeistern zu wollen.

Aus einer Tasche holt er die Fackel, die ich gleich brennend in den Mund führen soll. Wir besprechen den Ablauf und machen einige Trockenübungen, damit gleich, im brennenden Ernstfall, nichts schief geht.‘Den Kopf weit zurückneigen und mit dem Arm einen großen Bogen im selben Winkel Richtung Mund machen‘ erklärt er. Ich befolge seine Anweisung mit der nicht brennenden Fackel und nach einiger Zeit fühle ich mich bereit.

Wie er neue Programmpunkte ausprobiert, frage ich ihn. ‘Privat probiere ich neue Sachen aus. Ich frage dann Freunde, ob sie Zeit haben und revanchiere mich zum Beispiel mit einem Kasten Bier. Neue Witze zu finden ist auch nicht so schwer. Für Feuer gibt es so viele Begriffe wie zündeln, flammen, rauchen, brennen, die eine gute Grundlage bilden.‘

Nur mit Humor zu überzeugen kommt für ihn aber nicht in Frage, so gehört für ihn sein Feuer einfach dazu. Der Mann, der sonst auf der Bühne Feuer speit, macht sich gelassen eine Zigarette an.

Mit seiner Gelassenheit steckt er mich an. ‘Wenn du die Fackel im Mund hast, atme aus und kurz bevor dir die Luft ausgeht, lösche die Flamme mit einem letzten starken Lufthauch‘, sagt er mir. Nun gibt es kein zurück.

Die Fackel wird entzündet. Ich neige meinen Kopf, wie wir es geübt hatten. Ich blende alles um mich herum aus und bin hoch konzentriert. Ich sehe nur noch die Fackel und führe sie langsam zum Mund. Die Flamme nähert sich meinem Gesicht. Die natürlichen Verteidigungsmechanismen werden aktiviert, doch ich ignoriere sie. Bei den ersten Versuchen streife ich Lippe und Zunge.
Es tat nicht weh, der Respekt den man vor Feuer hat, ist die größere Hemmschwelle. ‘Bloß nicht einatmen‘, denke ich und lösche die Flamme nicht mit einem ruhigen Hauch sondern mehr mit hastigem Prusten. Trotzdem: es ist mir gelungen die Fackel in den Mund zu nehmen und die Flamme zu löschen. Ich bin stolz auf mich und mein Respekt vor dem, was Hubertus Wawra in seinen Shows leistet, ist beachtlich.“
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