Olympia: Torhüterin Lisa Weiß in Deutscher DFB-Elf

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Lisa Weiß ist erste Torhüterin bei der SGS Essen. (Foto: Michael Gehrmann)
Von Christina Görtz

Als Kind stand sie hinter den Toren im Rheinstadion. Immer dann, wenn sie mit ihrem Vater, der dort gearbeitet hat, unterwegs war. "Vielleicht ist das der Grund, warum ich das geworden bin, was ich bin", sagt Lisa Weiß. Die Düsseldorferin ist die 3. Torhüterin der Deutschen Frauen-Fußballnationalmannschaft, die gestern bei den Olympischen Spielen ihr erstes Spiel absolvierte.

"Ich freue mich riesig darauf" sagte sie im Vorfeld dem Rhein-Boten.
Die Weichen für ihre Karriere wurden früh gestellt. Mit vier Jahren begann Lisa Weiß in Lohausen Fußball zu spielen. Ihre Freunde aus dem Kindergarten haben dort gespielt, sie sei einfach mitgegangen.

Niemand sonst wollte ins Tor

"Ich musste dann gleich ins Tor, weil es sonst niemand machen wollte", erzählt sie schmunzelnd. Und dort blieb sie. Lange. Sie spielte noch in der D-Jugend und mit einer Sondergenehmigung ein Jahr darüber hinaus bei den Jungen mit. Mit 17 wechselte Lisa Weiß dann in die Lohausener Mädchenmannschaft. Von dort ging es zum FC Rumeln (heute MSV) Duisburg und dann zum Erstligisten SG Essen Schönebeck (heute SGS Essen), wo sie aktuell die erste Torhüterin ist. "Ich bin dann auch ein Jahr nach Essen gezogen, aber schnell wieder nach Düsseldorf gekommen", sagt Lisa Weiß. Viel Zeit bleibt ihr neben dem Germanistik- und Sport-Studium, Training und Spielen nicht, aber sie liebt das Leben in der Landeshauptstadt. Sie wohnt in Stockum in der Nähe der Arena.

"Ich bin schon immer Fortuna-Fan"

"Ich bin schon immer Fortuna-Fan", sagt sie. Durch ihren Vater, der dort arbeitete. Als Kind habe sie sich viele Spiele angeschaut, Autogramme gesammelt. Sie sei aber zu viel selbst unterwegs, um öfter zu einem Spiel zu gehen. Auch mag sie den Hafen und Kaiserswerth. "In die Altstadt gehe ich dagegen nur noch selten", so Lisa Weiß.
Auch bei der DKG Weißfräcke war sie vor einigen Jahren als Pagin aktiv. "Das war eine sehr lustige Zeit. Ich mag den Karneval", sagt Lisa Weiß. Aber auch für dieses Engagement im Brauchtum fehlte am Ende einfach die Zeit. Was ihr gerade im Moment fehlt ist eine Strandbar, wie früher das Monkey Island.
Bei Olympia dabei zu sein, freut sie sehr. Sie kann einiges aus den letzten Jahren erzählen. So war Lisa Weiß schon 2008 bei der U-23-Nationalmannschaft dabei. Und wurde von Bundestrainerin Silvia Neid in den Vorbereitungskader für das Olympische Fußballturnier 2008 aufgenommen - nach Peking ging es dann für sie aber nicht. 2009 war sie im Kader für die Europameisterschaft, kam aber nicht zum Einsatz. In der A-Nationalmannschaft spielte sie 2010 bei einem Test-Länderspiel gegen Nordkorea, das die Deutschen mit 3:0 gewannen.

Das Gefühl dabei zu sein kann einem niemand nehmen

Und jetzt ist sie in Brasilien. "Bei uns Frauen hat Olympia einen ganz anderen Stellenwert als bei Männern", sagt sie. Die Teilnahme sei ein Highlight. Mitte Juni starteten die Vorbereitungen. Ende letzter Woche ging es dann nach Brasilien. Als so genannte P-Spielerin wird sie nicht auf der Bank, sondern von der Tribüne aus die Spiele verfolgen. Zum Einsatz kommt sie nur, wenn sich die beiden anderen Torhüterinnen verletzten sollten. "Aber das Gefühl dabei zu sein und das ganze Drumherum zu erleben, das kann einem keiner nehmen", sagt sie.
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