25 Jahre Aktionsgemeinschaft Benrath

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Bilder von der Feier am 12. März 2017 Fotos: vos
 

Seit einem Vierteljahrhundert arbeitet die Aktionsgemeinschaft für den Stadtteil. Dabei versteht man sich ausdrücklich als mehr als "nur" eine Werbegemeinschaft.

"Als wir vor 25 Jahren die Aktionsgemeinschaft gegründet haben, war das einfach notwendig", erinnert sich Renate Rönnau. Zwar habe es damals bereits eine Werbegemeinschaft gegeben, doch dort habe man damals die Zeichen der Zeit nicht erkannt. "Wir haben dann schnell viele Mitglieder bekommen und waren auch schnell recht erfolgreich", sagt das Gründungsmitglied. Für zehn Jahre bis vor einem Jahr war Rönnau auch Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Benrath (AGB). Eine Zeit, die sie nicht missen wolle und die ihr mit vielen Erlebnissen und Begegnungen mehr gelehrt habe als es ein Studium vermocht hätte, sagt sie.

Heute im 25. Jahr umfasst die Gemeinschaft über 60 Mitglieder und "ist viel mehr als einfach nur eine Werbegemeinschaft", betonen die ehemalige Vorsitzende und die aktuelle, Melina Schulze. Es sei ein großes Miteinander von Einzelhändlern aber auch Bürgern, Politikern und vielen anderen Menschen, die gemeinsam für den Stadtteil arbeiteten, sagen beide. So organisiere die AGB ja auch nicht nur Veranstaltungen für die Händler sondern auch Bürgerfeste und vieles mehr.
Es sei schon eine Besonderheit, das man in Benrath - im Dorf - wie die Einwohner ihren Stadtteil nennen, vieles gemeinsam anpacken und schaffen könne. "Es gibt das ja häufig, dass die Einzelhändler eine Gruppe bilden und die Bürger und die Politiker und, und, und", sagt Schulze. Hier aber in Benrath habe sie nun nach einem Jahr als Vorsitzende wirklich den Eindruck gewonnen, dass alle an einem Strang ziehen könnten. "Sei es wenn es um Verschönerungen im Stadtteil geht oder um die Weihnachtsbeleuchtung."

Ein Vorteil dafür sei der Infoshop der Aktionsgemeinschaft, zentral in der Fußgängerzone an der Sistenichstraße gelegen. "Da sind auch früher schon die Menschen immer mit allen möglichen Anliegen zu uns gekommen", sagt Rönnau. Und nie - auch wenn sie eigentlich an der völlig falschen Adresse gewesen seien - "nie sind die Menschen hier ohne Hilfe oder wenigstens eine Antwort bekommen zu haben wieder raus gegangen", sagt die 68-Jährige.

Viel habe man erreicht in den vergangenen 25 Jahren, auch unangenehme Dinge angepackt, sagt Rönnau. Und sie hofft, dass es die Aktionsgemeinschaft auch noch viele Jahre geben werde. "Gerade für die Einzelhändler ist eine Werbegemeinschaft heute sogar noch viel wichtiger als früher", sagt sie. Der Internethandel mache den Einzelhändlern zu schaffen, auch wenn man in Benrath noch eine einigermaßen gute Situation habe. "Die Kunden, die im Internet bestellen, denken ja gar nicht darüber nach, dass sie sich ins eigene Fleisch schneiden. Irgendwann wundern sie sich, warum die Innenstädte verödet sind", sagt Rönnau, die lange Zeit im Stadtteil ein Fachgeschäft für Dessous führte. Die persönliche Ansprache, sagt sie, sei wichtiger denn je. "Die Kunden freuen sich hier, wenn sie mit Namen begrüßt werden", weiß sie aus Erfahrung. Und gemeinsam als Aktionsgemeinschaft könne man mit Aktionen wie dem "Roten Teppich" und vielem Weiteren etwas für die Händler und die Menschen bewegen.
Natürlich gebe es auch viele gute Ideen, die dann leider doch nie umgesetzt worden seien - weil häufig etwa das Geld fehle, sagen Rönnau und Schulze. Dennoch gab es vieles, auf das man auch mit Stolz beim Jubiläumsempfang mit geladenen Gästen zum 25-jährigen Bestehen am Sonntag, 12. März, zurückblickte. Rönnau fand es schön, im Bunker Paulsmühle auch viele Gründungsmitglieder wieder zu treffen, die sie lange nicht gesehen hatte.

Wenn sich eines geändert habe in den 25 Jahren, "dann, dass die Leute heute oft ehrenamtliche Arbeit auf die leichte Schulter zu nehmen scheinen", sagt Rönnau. Oft sei es schwieriger geworden, feste Zusagen etwa für die Besetzung des Infostandes auf dem Weihnachtsmarkt zu bekommen, nennt sie ein Beispiel. "Aber das ist vielleicht einfach ein Zeichen der Zeit", sagt sie. Gerade im guten Miteinander der AGB könne man da aber sicherlich gegensteuern.

(Text: Volker Budinger)
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Jochen Czekalla aus Duisburg | 17.03.2017 | 09:55  
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