Alzheimer-Forum der Alzheimer Forschung Initiative: Das Gedächtnis schwindet, die Gefühle nicht

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Prof. Dr. Meyer-Falcke, Birgit Edinger, Moderator Jens Krepela, Prof. Dr. Henriette Herwig, Dr. Michael Lorrain (v.l.n.r.)
Alzheimer ist eine gesellschaftliche Herausforderung. Das zeigte die Veranstaltung „Alzheimer-Forum – Eine Krankheit im Dialog der Disziplinen“ der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) in Kooperation mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf am Samstag deutlich.

„Das Thema Demenz gehört in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion“, sagte der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel zur Eröffnung vor rund 150 Besuchern im Haus der Universität. Vorträge zu den Themen Alzheimer in der Gegenwartsliteratur, Pro und Kontra Alzheimer-Frühdiagnose, Alzheimer und Sexualität sowie Alzheimer und Identität verdeutlichten kurz vor dem Welt-Alzheimer-Tag (21. September) die zahlreichen Facetten der Erkrankung und die gesamtgesellschaftliche Tragweite.

Dabei stehen nicht nur die Patienten im Fokus. „Die Pflege muss einen höheren Stellenwert bekommen. Angehörige müssen genauso gut versorgt werden wie Patienten. Sie müssen besser unterstützt und entlastet werden“, sagte Birgit Edinger von der Diakonie Düsseldorf bei der abschließenden Podiumsdiskussion zur Fragestellung „Wie können wir in Würde altern?“. Dem pflichtete Prof. Dr. Henriette Herwig, Lehrstuhlinhaberin am Institut für Germanistik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und selbst pflegende Angehörige, bei. „Die Pflegezeit sollte denselben Status haben wie die Elternzeit.“ Hier sei die Politik gefordert. „Die Pflegestärkungsgesetze sind auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung, aber die Gesetze sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Außerdem kommen sie viel zu spät“, sagte der AFI-Vorstandsvorsitzende Dr. Michael Lorrain, der als Nervenarzt im Stadtteil Gerresheim niedergelassen ist.

Der Gesundheitsdezernent der Stadt Düsseldorf, Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke, stellte die zahlreichen Angebote heraus, die den über 12.000 Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in der Landeshauptstadt zur Verfügung stehen. Dennoch – und da waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig – sei auch das Ehrenamt wichtig. Dafür müsse sich aber auch das Bild vom Demenzkranken ändern: „Demenz ist eine Erkrankung, bei der das Gedächtnis weggeht, nicht die Gefühle“, sagte Dr. Lorrain. Viel zu oft werden aber Menschen mit Demenz nur als eine Last gesehen. „Dabei weiß ich aus eigener Erfahrung als Arzt, wie viel Freude man mit Demenzerkrankten erleben kann.“
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