Diagnose Depression - "Kultur in der Klinik"

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Organisieren die Veranstaltung „Sonst noch was?“ zum Thema Depression mit kulturellen Beiträgen und Vortrag von Dr. Philipp Görtz: Dr. Viktoria Toeller, Margret Feltus, Guido Lersen, Martina Thörner und Dr. Peter Hoffmann (v.l.). Foto: dh
Das deutsche Bundesgesundheitsministerium schätzt, dass in Deutschland vier Millionen Menschen von einer Depression betroffen sind und rund zehn Millionen Menschen bis zum 65. Lebensjahr eine Depression erlitten haben. Die Dunkelziffer ist kaum zu schätzen. Das „Düsseldorfer Bündnis gegen Depression“ lädt am Donnerstag, 10. September, zu einem abwechslungsreichen Kultur- und Informationsabend zum Thema ein.

„Geboten werden soll eine musikalische Lesung und ein
Fachbeitrag mit abschließender Podiumsdiskussion, zu dem alle interessierten Düsseldorfer herzlich willkommen sind“, erzählt Guido Lersen, der zusammen mit seiner Kollegin Martina Thörner die Reihe „Kultur in der Klinik“ organisiert. Lersen arbeitet als Therapeut beim Landschaftsverband Rheinland, kurz LVR, der in den Bereichen der Behinderten- und Jugendhilfe sowie in der Psychiatrie tätig ist. Mit diesem Engagement ist der LVR einer der größten Leistungsträger für Menschen mit Behinderung und betreibt zahlreiche Förderschulen, Kliniken und Museen. Auch das Klinikum an der Bergischen Landstraße gehört zum LVR.
Die Reihe „Kultur in der Klinik“ bietet regelmäßig Konzerte, Kabarett-Shows und Lesungen für Patienten, deren Angehörige und alle anderen Besucher.
In dieser Woche widmet sich ein spezieller Abend der Krankheit Depression.
Am Donnerstag, 10. September, 19 Uhr, zeigen im Rahmen des Angebotes „Kultur in der Klinik“ und initiiert durch das „Düsseldorfer Bündnis gegen Depression“, der Düsseldorfer Autor Sven-André Dreyer und der Liedermacher Ansgar Kuswik individuelle Lösungen, wie ein Umgang mit Depressionen möglich ist.
Beide haben als Betroffene selbst erfahren, was es bedeutet, als depressiv abgestempelt zu werden, und engagieren sich an diesem Abend erstmalig gemeinsam gegen diese Stigmatisierung. Jeder der beiden hat seinen eigenen Weg im Umgang mit der Erkrankung gefunden und möchte diesen nicht nur mit Betroffenen, sondern vor allem mit der interessierten Öffentlichkeit teilen.

Betroffene berichten

Ansgar Kuswik, der selbst aufgrund einer Sucht- und Depressionserkrankung in langjähriger Behandlung und im LVR-Klinikum war, half die Musik bei der Verarbeitung. Mit seinem Programm „Liebe, Tod und Teufel“ zeichnet er seinen Heilungsweg musikalisch nach und möchte ein Beispiel geben: „Seelisch kranke Menschen sind wertvoll, weil sie als Spiegel zeigen, wie krank unsere Gesellschaft ist“, so Kuswik.
Der Autor Sven-André Dreyer erklärt, dass „die Öffentlichkeit über das Krankheitsbild hinreichend aufgeklärt werden muss, um es verstehen zu können. Gleichsam müssen die Versorgung und Betreuung depressiver Menschen verbessert werden. Es darf keine Stigmatisierung der Krankheit und der betroffenen Personen erfolgen. Denn so schwer die Krankheit auch zu fassen sein mag – viele Menschen, egal welchen Alters, sind davon betroffen. Nur durch einen offenen Umgang mit der Krankheit kann den Betroffenen geholfen, und können diese gesellschaftlich aufgefangen werden.“
Dreyer arbeitete deshalb mit der Düsseldorfer Malerin Margret Feltus bei einem Buchprojekt zusammen, dessen Verkaufserlös beide zu 100 Prozent dem Förderverein des Bündnisses gegen Depression spenden.
Das Büchlein mit dem Titel „Sonst noch was?“ ist eine 32 Seiten umfassende Werkschau aus Bildern und Texten, die die Künstler an interessierte Betrachter und Leser für fünf Euro verkaufen. Ihre Bilder und Texte zeichnen sich durch ein genaues Beobachten und Hinschauen aus. In Miniaturen beleuchten sie, mitunter humorvoll und augenzwinkernd, den Alltag um uns herum und laden dazu ein, die Schönheit des alltäglichen Augenblicks zu genießen. Die Zeichnungen von Margret Feltus sowie Werke von Patienten aus der Kunsttherapie und Poesie- und Bibliotherapie werden am 10. September im Rahmen der Veranstaltung „Sonst noch was?“ präsentiert und runden so das Abendprogramm ab

Vortrag und Podiumsdiskussion

Den Vortrag „Depressionen sind behandelbar“ wird Dr. Philipp Görtz halten. Er ist im LVR-Klinikum als Oberarzt im neuen Zentrum für Affektive Störungen tätig. Görtz wird über die Erkrankung und insbesondere über Behandlungsmöglichkeiten fachlich aufklären. Auch er engagiert sich gegen eine Stigmatisierung der Erkrankung Depression und steht an diesem Abend im Rahmen der Podiumsdiskussion für Fragen zur Verfügung.
Die Veranstaltung „Sonst noch was?“ findet am Donnerstag, 10. September, um 19 Uhr im LVR-Klinikum Düsseldorf, Bergische Landstraße 2, in Haus 27 – Sozialzentrum statt. Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen erhalten Interessierte unter www.depression-duesseldorf.de.
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