Die Angst vor dem „Baustellengespenst“

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Machen mit dem „Baustellengespenst“ auf ihre Bedenken beim Umbau der Friedrichstraße aufmerksam: Händler und Unternehmer der Interessengemeinschaft „Die Friedrichstraße“. Foto: Ingo Lammert
 
„Wir leben von den Kurzzeitparkern. “ Claudia Bremer, Vorsitzende der Interessengemeinschaft „Die Friedrichstraße“. Foto: Ingo Lammert
Geschäftsleute des Vereins „Die Friedrichstraße“ befürchten einhergehend mit dem Umbau der Einkaufsstraße Umsatzeinbrüche und weitere Geschäftsleerstände. Weil sie sich bei den Umbauplänen von der Stadt zu wenig beachtet fühlen, konzipierten sie das „Baustellengespenst“ und formulierten einen offenen Brief an Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Bilk/Friedrichstadt. Direkte Informationen, kompetente Ansprechpartner in der Stadtverwaltung und eine zügige Abwicklung der Neugestaltung – dies sind drei der insgesamt sechs formulierten Wünsche des Vereins „Die Friedrichstraße“, ein Zusammenschluss von Händlern und Anwohnern, der sich um Anliegen und Wünsche der Mitglieder der Interessengemeinschaft kümmert.
„Wir haben große Angst vor der Bauphase“, sagt Jörg Menzel, zweiter Vorsitzender der Interessengemeinschaft, und verweist auf den geplanten Baubeginn. Dieser war, so Menzel, angekündigt für das Jahr 2016, also unmittelbar nach Inbetriebnahme der Wehrhahn-Linie. „Mittlerweile“, so Menzel weiter, „haben wir aus der Presse erfahren, dass sich der Baubeginn bis 2018 verzögert. Dies wurde uns durch das Bauamt der Stadt Düsseldorf jedoch vollkommen anders mitgeteilt.“ Menzel befürchtet, dass nun auch andere bislang kommunizierte Inhalte den Versprechen nicht standhalten.

Baustellengespenst weist auf Ängste hin

Die Händlergemeinschaft kreierte nun das „Baustellengespenst“, um auf Ihre Sorgen hinzuweisen. Mit einer Plakataktion machen sie auf Geschäfstleerstände auf der Friedrichstraße aufmerksam, verfassten einen offenen Brief an Oberbürgermeister Thomas Geisel. Darin formulieren sie neben Äußerung ihrer Bedenken auch konkrete Forderungen. Neben direkten Informationen zu Umbauplänen und der frühzeitigen Kommunikation von Maßnahmen und Bauabschnitten, fordern sie überdies einen konkreten Ansprechpartner bei der Stadt. „Auch die Einrichtung von Kurzeitparkplätzen solle noch einmal forciert und überdacht werden“, sagt Claudia Bremer, erste Vorsitzende der Gemeinschaft.
In insgesamt drei öffentlichen Moderationsverfahren hatte die Stadt 2014 die Umbaupläne interessierten Anliegern vorgestellt und beleuchtete dabei auch die Gestaltungspläne des näheren urbanen Umfeldes. Das Ingenieurbüro Lindschulte und Kloppe hatte die Pläne unter Berücksichtigung aktueller verkehrsplanerischer Aspekte vorgelegt, nahm bei der Konstruktion Hinweise und Wünsche von Bürgern, Geschäftsleuten, dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) auf. In einer öffentlichen Abschlussmoderation hatten im November 2014 Ingenieur Dr. Uwe Kloppe sowie Verkehrsdezernent Dr. Stephan Keller und Andrea Blome vom Verkehrsmanagement die aktuellen Neugestaltungspläne der Friedrich- und Elisabethstraße vorgestellt.

"Forderungen wenig berücksichtigt"

„Wir sehen unsere Forderungen bei den Bauplänen zu wenig berücksichtigt“, sagt Bremer und fürchtet, dass mit Wegfall der oberirdischen Straßenbahn auch die Laufkundschaft auf der Friedrichstraße ausbliebe.
Dass sich die Aufenthaltsqualität aufgrund der Neugestaltung der Straße mit deutlich breiteren Gehwegen und multifunktional nutzbarem Raum (Kurzeitparken, Be- und Entladen aber auch gastronomisches Angebot, so die Stadtplaner) verbessern, und ein neuer Radweg neues Käuferklientel anspreche, bleibe zunächst einmal abzuwarten, prognostiziert Bremer. Ferner befürchten Bremer und Menzel, dass es bei möglichen Planungsfehlern und dem Aufstellen von Bauzäunen und Containern an unnötigen Stellen, vor Geschäften und Unternehmen auf der Friedrichstraße, ihre Existenzen während der Umbauphase massiv bedroht seien. Eine Reaktion auf den offenen Brief seitens der Stadt steht derzeit aus.
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