Hahnenschrei am Tag der Arbeit

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Gottfried Skalnik, Geflügelzüchter und Autor
 

Gefiederwettbewerb auf dem Anwesen der Yellowstone Indianer

Auf dem wohl schönsten Eventgelände der Stadt Düsseldorf, dem Anwesen der Yellowstone Indianer in Flingern, trafen sich neben Bauernmarktbetreibern und Trödlern auch die Hahnenschreiwettbewerber. Dieser ungewöhnliche Wettstreit von Hähnen, die teilweise auf der roten Liste gefährdeter Arten stehen, fand bei den Besuchern am Tag der Arbeit großen Anklang. Das Motto des Wettbewerbs könnte man so betiteln: Wer mehrmals schreit, ist besser dran.

Hunderte Besucher fanden schon recht früh den Weg zum Verein für Indianistik und Amerikanistik, um den Hahnenschreiwettkampf des Düsseldorfer Geflügelzuchtvereins von 1883 nicht zu verpassen. Herrlicher Sonnenschein und ein reichliches Angebot an Getränken, Essen und Musik trugen zum Gelingen dieses amüsanten und munteren Gefiederwettstreits bei. Der Auseinandersetzung stellten sich neben dem schwarz-braunen Bergischen Kräher (steht auf der roten Liste), der gesperberte Rheinländer sowie der aus dem Bergischen Land stammende Bergische Schlotterkamm (ebenfalls auf der roten Liste). Fehlen durfte bei diesem außergewöhnlichen Wettstreit auch der für sein langanhaltendes Krähen bekannte Denizli Kräher und der Antwerpener Bartzwerghahn. Ebenso konnte sich das japanische, schwarze Seidenhuhn der Herausforderung nicht entziehen.

Zum Sieg krähen


Gottfried Skalnik, Geflügelzüchter und Autor, erklärt: „Wir sind froh, so viel Federvieh auftreiben zu können, denn es ist gerade Brutzeit.“ Dafür hat sich eine stattliche Anzahl von 13 Hähnen eingefunden, die sich auf der Wiese, im Halbkreis aufgestellten Käfigen, präsentieren. Bereits im Vorfeld ist Krähen unüberhörbar. Hier macht der türkischstämmige Rassehahn Denizli , der zu einer der ältesten Langkrähenrasse der Welt gehört, deutlich auf sich aufmerksam. Pünktlich begannen die Juroren mit der Zählung des Krähens. Um den Sieger zu ermitteln mussten sie eine halbe Stunde lang das Krähen der einzelnen Hähne festhalten. Als wenn sie wüssten, dass es jetzt um alles ging, krähten sie aus voller Kehle - lang und häufig. Schließlich siegte mit 43 Mal der Antwerpener Bartzwerg bei den Zwergen und, wie konnte es anders sein, bei den Großen der Denizli Kräher, der mit 32 Mal seine Konkurrenz in die Schranken verwies. Hierbei sei erwähnt, dass der Kräher aus der gleichnamigen Provinz in der Türkei stammt. Diese Haushuhnrasse schafft es über 25 Sekunden, im Extremfall von über 30 Sekunden zu krähen. In der Türkei kommt der Geflügelrasse Denizli-Kräher eine kulturhistorische Bedeutung zu, sie repräsentiert dort eine der ältesten gezielt gezüchteten Hühnerrasse.

Seltene Spezies


Züchter Gottfried Skalnik freut sich über die Resonanz dieser einzigartigen Schau. Er selbst hat sich dem Düsseldorfer Geflügelverein von 1883 angeschlossen, weil sein Heimatverein auf der anderen Rheinseite nicht mehr existiert. „Wir sind eine seltene Spezies“, meint Skalnik. Denn nach seiner Auffassung ist der Verein schon ein Exot in der Düsseldorfer Vereinsvielfalt. Letztendlich ein Exot genauso wie der Yellowstone Indianer Verein, der sein fantastisches Gelände bestens zu nutzen weiß.
Mit dem Hahnenschreitwettbewerb am Tag der Arbeit hat er dies einmal mehr unter Beweis gestellt.
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1 Kommentar
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Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 04.05.2015 | 20:59  
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