Schützen zwischen Mittelalter und Moderne

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Wenn wir uns den Lauf der Weltgeschichte einmal genauer anschauen, werden wir feststellen, dass Zeiten großer Toleranz und Freiheit immer wieder abgelöst werden von strengeren und konservativeren Epochen. Derzeit erleben wir offensichtlich solch eine Umbruchsituation.
Nein! Es geht nicht darum zu bagatellisieren oder schön zu färben. Wir sollten uns aber klar darüber sein was hier passiert und welchen Anteil wir selber daran haben.

Als die, von uns gewählten Politiker, vor Jahren beschlossen: „Kreuze raus aus Schulen und öffentlichen Gebäuden“ hat es nur wenige interessiert. Als kurz danach die Kopftücher in Schulen und Arbeitsstätten als zulässig anerkannt wurden, fanden sich wenige Gegenstimmen. Inzwischen diskutieren wir über die Abschaffung des Martinsfestes, das Entfernen christlicher Symbole aus der Weihnachtsbeleuchtung und aktuell lese ich Stimmen wie: „warum soll ich stolz darauf sein Deutscher zu sein, das ist doch Zufall wo ich geboren wurde!“

Wir selber ignorieren unsere Herkunft, unsere Nationalität, unseren Glauben und unsere Kultur und wundern uns, wenn es Andere dann ebenso so tun.
Wir haben vergessen, das Toleranz in Gegenseitiger Anerkennung münden muss und nicht im ständigen Dulden.


International sehen wir uns derzeit ins Mittelalter zurückversetzt, Religionskriege an etlichen Stellen. Europa nimmt stellenweise die ersten Formen einer Anarchie an. Jedem normal denkenden Menschen muss es Zornesfalten auf die Stirn treiben ob der Dinge, die hier und weltweit passieren.
Ärger und Unmut wachsen und so es ist nur allzu verständlich, wenn sich (insbesondere in den sozialen Medien wie Facebook) diverse Kommentare häufen. Der zornige Klick aufs „gefällt mir“ oder das Teilen der Nachricht mögen verständlich sein, können jedoch fatale Folgen haben.

Hier liegt eine weitere Gefahr: unter dem Deckmantel von Wirtschaftsnachrichten, von Verlagen, oder auch als Tageszeitung getarnt schüren hier insbesondere die ganz rechts orientierten Gruppierungen ein Feuer, dass unser Land auch spalten könnte. Viele Meldungen sind manipuliert, reißerisch aufgemacht und entsprechen nicht den Tatsachen. Sie dienen allein dem Zweck einer Stimmungsmache kontra Ausländer. Der FOCUS berichtet aktuell dass es ca. 40 solcher Seiten allein bei Facebook gibt. Wenn Nutzer des Öfteren auf solche Posts reagieren, entsteht auch ganz schnell der Eindruck einer Rechtsorientierung. Also Vorsicht!

Darum ist es wichtig erst einmal zu schauen, von wem die betreffende Nachricht stammt: Magazine oder Medien die in Deutschland bekannt sind, sind hier einfach vertrauenswürdiger.

In jüngster Vergangenheit kam es stellenweise im Netz zu heftigen Diskussionen als Warnungen vor solchen Seiten ausgesprochen wurden.
Hier zeigt sich wie gespalten unsere Bevölkerung teilweise bereits ist. Den Einen reicht es, Andere playdieren weiterhin für Weichspülerei.
Dabei geht es überhaupt nicht darum, jemanden den Mund zu verbieten oder in seiner Meinung zu beschneiden.
Es geht einzig und allein darum keinen weiteren Nährboden für Extremisten zu schaffen, egal ob Links oder Rechts.

Nicht jeder Ausländer ist ein Salafist, Terrorist oder Kriminell, das sollten wir zur Kenntnis nehmen.
Wir müssen uns auch darüber klar sein, dass wir zum Wohle unseres Bruttosozialprodukts zu den weltweit größten Waffenlieferanten gehören und neben Geld auch Flüchtlinge zurückbekommen. Waffen stiften auch woanders nun mal keinen Frieden! Wie Goethe es schon wusste: „Die ich rief, die Geister, Werd ich nun nicht los!“

Wir können und sollten allerdings von unseren Gästen einwandfreies Benehmen fordern, das tun andere Länder auch. Ein Weg ist der, zu zeigen wo wir (Schützen) selber stehen.

Wir sind stolz auf unsere Heimat, das sollten wir auch sagen.
Warum erzählen wir nicht unseren Gästen, dass unsere Frauen gleichberechtigt sind, dass wir einen eigenen Glauben und eigene Werte haben?
Wir Schützen haben „Glaube- Sitte- Heimat“ auf unserer Fahne stehen, aber wird das noch genügend gelebt?
Wie glaubwürdig sind wir mit unseren Taten?

Bei dieser Frage können wir auch gleich überleiten zum nächsten Problem welches wir im Schützenwesen haben: mangelnder Nachwuchs!
Wir wissen, dass die extrem orientierten Gruppierungen wachsen, auch durch junge Deutsche. Der bekannte Grund: junge Menschen die wieder vermehrt nach klarer Linie suchen, hier aber ins Extreme abdriften. Auch bei der deutschen Jugend gibt es große Nachfrage an Richtlinien und Orientierung. Die Jugend sucht verstärkt wieder nach Werten. (Quelle: Shell Studie, die größte europäische Jugendstudie)

Eigentlich ideal für den Schützenverein! Bewusst schreibe ich „eigentlich“.
Denn diese Generation, die einst unsere Nachfolge übernehmen soll, wird Generation Y genannt.
Geboren zwischen 1980 und 1995, und Y im Englischen ausgesprochen wird wie why, "warum" (da sie alles hinterfragen).

Uns muss bewusst sein, dass bei der Erziehung dieser jungen Menschen nicht nur Schule, Kirche und Elternhaus sondern auch die mediale Welt und das Internet eine große Rolle spielen. So viele Informationen wie niemals zuvor stehen diesen jungen Menschen zur Verfügung. Sie nutzen es und lernen daraus.
So stehen wir alle auf dem Prüfstand und müssen uns nicht nur fragen lassen warum wir etwas tun, sondern auch wie und wann wir das tun und wofür wir stehen…
An unseren Taten werden wir gemessen und als brauchbar émpfunden - oder eben nicht.


Jugend auf der Suche nach Wert und Sinn, nach Authentizität.
Loyal wollen sie sein, sich einbringen und engagieren. Das gilt für die Arbeitswelt ebenso wie für Vereine, aber vorleben müssen wir es!

Wenn wir uns richtig positioniert haben, dann werden wir auch wieder mehr Interessenten finden und uns nicht dauernd entschuldigen müssen welcher Nationalität oder welchen Glaubens wir sind.
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