"antagomorph" - Skulpturen und Installationen von Gereon Krebber im Museum DKM

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"antagomorph" - Gereon Krebber im Museum DKM, Blick in die Ausstellung
 
"antagomorph" - Gereon Krebber im Museum DKM, Blick in die Ausstellung
Duisburg: Museum DKM |

Bereits im Juli 2007 wurde eine Arbeit von Gereon Krebber in der ehemaligen Galerie DKM im Duisburger Innenhafen gezeigt. Seit Eröffnung des Museums in der Duisburger Innenstadt im Jahr 2009 gehören Arbeiten des Künstlers zum festen Bestand der Sammlungspräsentation. Jetzt zeigt das Museum erstmals eine umfassende Einzelausstellung zu Gereon Krebber. Dazu wurden exemplarisch Arbeiten aus den letzten fünf Jahren ausgewählt. "antagomorph" nennt Krebber diese Ausstellung und geht dabei der Frage nach, ob hinter all den Arbeiten eine zentrale Idee steckt?

Auf 500 Quadratmetern, durch 7 Räume durchschreitet der Besucher einen Materialparcours der besonderen Art. Gereon Krebber ist ein Bildhauer, der nicht mit Holz oder Marmor arbeitet, sondern mit eher unspektakulären Materialien, die man auch in einem Baumarkt finden kann. Folien, Klebebänder, Styropor, Bauschaum, Spiegel, Stahl, Aluminium, Keramik, verschiedene Lacke und Sprühfarben, aber auch verbranntes Holz, Sterilisationsfolie, Zuckerguss und Gelatine kommen zum Einsatz. Krebber versteht sich als ein Produzierender, der sich bei seiner kreativen Arbeit gern die Hände schmutzig macht, der experimentiert und probiert. Und der, wie er bei der Vorstellung seiner Ausstellung frisch von der Leber weg erzählt, auch auf Ratschläge seiner Mitarbeiter hört, wenn es darum geht, eine Oberfläche so zu behandeln, damit sich der gewünschte Effekt einstellt. Er ist eben unkonventionell und genau so ist seine Kunst.

"Parcours voller Materialschrecken und -freuden"

Seine Skulpturen und Objekte sind irritierend, oft verstörend. Man weiß nicht so recht, wie man das Gesehene einordnen kann, denn weder Form noch Material sind eindeutig. Was ist das, aus was ist es gemacht und wie ist es gemacht? Die Neugierde ist geweckt und das Kopfkino beginnt. Wir sehen in den Objekten das, was wir aus Erfahrung und Erinnerung abrufen können, zusammen mit Gefühlen. Denn das was wir sehen, erweckt in uns auch gleich Gefühle und Befindlichkeiten. Ist das angenehm, widerlich oder gar ekelig? Ist das große, blaue Gebilde nicht wie eine riesige Welle, in die wir uns hineinwerfen möchten? Sind das dort etwa Wischmops, die auf Reifen hängen? Und besteht die Wand tatsächlich aus übereinander kriechenden Regenwürmern? Aber dann müsste es sich bewegen und es müsste nach Erde riechen. Das tut es aber nicht. Und genau das sind die Gegensätze, mit denen Gereon Krebber in seiner Kunst spielt. Das was wir zu sehen meinen, wird durch fehlende Signale korrigiert. Ein Wechselspiel widersprüchlicher Wirkungen. Und damit ist auch die Wortschöpfung "antagomorph" erklärt. Ein Spiel mit Wahrnehmung, Gegensätzen und Verfremdung.

Gereon Krebber ist 1973 in Oberhausen geboren, lebt und arbeitet in Köln. Seit 2012 hat er die Professur Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf inne.

Persönlich kann man Gereon Krebber am 1. November 2016 im DKM treffen. Es findet dann eine Künstlerführung um 15 Uhr statt. Da kann man ihn zu seiner Kunst befragen. Das wird spannend und interessant!
Eine Anmeldung ist erforderlich, weitere Infos und Öffnungszeiten hier.


Die Ausstellung läuft bis zum 05.März 2017

Museum DKM
Güntherstraße 13-15
47051 Duisburg
www.museum-dkm.de

Übrigens, die Zwischenüberschrift im Bericht "Parcours voller Materialschrecken und -freuden" habe ich aus dem lesenswerten Katalog zur Ausstellung (im Kerber Verlag erschienen) entnommen. Das passt, denn der "Materialparcours" bietet viele Überraschungen...

Hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack zur spannenden Ausstellung:
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Eckhard Schlaup aus Gladbeck | 31.10.2016 | 21:08  
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Margot Klütsch aus Düsseldorf | 01.11.2016 | 11:07  
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Andrea Gruß-Wolters aus Duisburg | 02.11.2016 | 19:06  
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