Besichtigung der Grabungsfunde im Bereich des ehemaligen Mercatorhauses war einzigartig

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  Interessierte Bürgerinnen und Bürger waren am vergangenen Donnerstag eingeladen, um sich die Ergebnisse der archäologischen Untersuchungen im Bereich des ehemaligen Mercatorhauses an der Oberstraße im Ausstellungsraum des ehemaligen Berufskollegs an zu sehen.

In den letzten Monaten haben Archäologen den Bereich des ehemaligen Mercatorhauses an der Oberstraße intensiv untersucht. Die Grabungen sind jetzt weitgehend abgeschlossen.

Ein Schauraum im ehemaligen Berufskolleg, Zugang von der Oberstraße, eröffnet den Blick auf das Grabungsfeld „Mercatorhaus“ mit den vielfältig erhaltenen Überresten. Die Grundmauern des Hauses, Fußböden und Kelleranlagen können so besichtigt werden.

Im Raum selbst sind Grabungspläne aus den vier Arbeitsfeldern, historische Fotografien und Funde ausgestellt. Die archäologischen Grabungen zeigen, dass Gerhard Mercator im 16. Jahrhundert ein stattliches Haus mit einer bereits langen und bedeutenden Geschichte, die bis ins 12. Jahrhundert reicht, in Duisburg erworben hatte. Auch in den anderen Untersuchungsfeldern zeigen sich überraschende und vielfältige archäologische Funde.

Dr. Kai Thomas Platz, Dr. Brigitta Kunz, Dr. Claudia Euskirchen und Grabungsleiterin Julia Völz stellten vorab die Ergebnisse noch einmal ausführlich vor und waren voller Freude und sprachen von einem wahren Schatz, den man da gefunden hat. Auf mehreren Schautafeln sind Bilder des Hauses zu sehen!

Ein Stadtplan aus dem Jahr 1850 zeigt noch die alte Stadt und dient zur Orientierung, wo sich das Haus befunden hat. Und im Gang vor dem Raum ist eine Nachbildung des Hauses, wie es dereinst einmal ausgesehen haben könnte, auf einem großen Wandbild zu sehen. Sogar das Arbeitszimmer des berühmtesten Sohnes der Stadt ist angedeutet.

Herrlich die Funde, die einen Gang durch fast 11 Jahrhunderte Duisburger Stadtgeschichte bieten.

Da sieht man neben einer Flasche der „Exportbierbrauerei Duisburg-Düsseldorf A. Bodden.“ eine modernere „Fanta Flasche“.

Und neben der „Fibel“, einem prachtvolle Schmuckstück das über 1000 Jahre alt ist, und mit dem die Frauen ihre Gewänder zusammenhielten, liegt eine Brosche der NS Frauenschaft aus dem 3. Reich im 20. Jahrhundert. Krasser können die geschichtlichen Gegensätze nicht dargestellt werden.

Das Haus hat Gerhard Mercator nicht selbst gebaut, erläutert Dr. Thomas Platz den anwesenden Medienvertretern sondern er hat das Haus von einem hochrangigen Bürger der Stadt erworben.

Grabungsleiterin Julia Völz freut sich über die zahllosen Funde, die ein wahrer Glücksfall sind, denn in den Kriegsjahren sind rund um die Mauerreste viele Bomben gefallen.

Ob die Stadtplaner Ende der 1950er Jahre vom damaligen Stadtarchäologen Dr. Fritz Tischler bei den Planungen zum Bau der neuen Schule auf die vorhandenen Reste des „Mercator Hauses“ hingewiesen und um Rücksichtnahme bei der Planung gebeten wurde, ist nicht mehr genau festzustellen, wird aber vermutet.

Auf meine Nachfrage, wie man denn von Seiten der Stadtarchäologie den Erhalt des einzigartigen Fundes, und das auch noch im "Mercator Jahr" umgehen wolle, wurde unisono der dauerhafte Erhalt gesehen. Die Entscheidungen hierüber müssen im Vorfeld der Baumassnahme "Mercator Quartier" gefällt werden.

Nicht nur Schreiber dieser Zeilen würde ein "Mercator Dokumentations Center" an dieser Stelle gut aufgehoben sehen, evtl. mit einem begehbaren "Mercator Haus"!

Und auch für viele der Duisburger, die sich an diesem Tag die Funde angesehen haben, stand es auch ganz klar fest, das es wichtig sei dass das Bodendenkmal auch in Zukunft erhalten und die Ausgrabung für die Menschen der Stadt zugänglich bleibt.

Weitere Informationen findet man auch hier:

http://www.gerhard-mercator.de/2012/12/06/sensatio...

Der Schauraum kann noch an folgenden Terminen besichtigt werden:

Samstag, 15. Dezember 2012 - 15 Uhr

Dienstag, 18. Dezember 2012 - 15 Uhr
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1 Kommentar
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Elke Fritzen aus Duisburg | 16.12.2012 | 12:52  
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