Historische Geschichten in historischen Räumen

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Harald von Rheinhausen und seine Ehefrau Barbara
  Duisburg: Friemersheim | Jeden 1. Sonntag im Monat findet im Lehrerhaus in Friemersheim ein Frühschoppen statt, der oft mit Plattdeutschen Texten sehr zur Freude der Teilnehmer angereichert wird. Am letzten Sonntag konnte der Freundeskreis lebendige Grafschaft mit einer besonderen Darbietung aufwarten. „Harald von Rheinhausen“ gab sich die Ehre mit Barett und zeitgerechter Kleidung im Kulturraum zu lesen und zwar aus seinem Buch „Peter Schmitz, der Schmied von Hochemmerich“.
Günter Pfeiffer, der 1. Vorsitzende begrüßte Harald von Rheinhausen und die Gäste sehr herzlich und stellte auch Otto Kruppa vor, der die musikalische Begleitung lieferte. Ist Peter Schmitz auch eine erfundene Figur, so sind die historischen Daten und Orte durchaus realer Natur. Mit dem Geschichts- Fahrstuhl glitten die Zuhörer in das Jahr 1650, um an der Hinrichtung des Gauners Piet Opwis, vormals ein reicher Bauernsohn, dessen Familie durch den 30-jährigen Krieg alles verloren hatte, teilzunehmen.
Im 1. und 2. Teil erlebten die Zuhörer die Geschichten dieser Hinrichtung. Untermahlt wurde die Hinrichtungsprozession, an der sehr viele Menschen aus der Umgebung teilnahmen und dies wie einen Jahrmarkt feierten, vom Moerser Schloss in das 2 km entfernte Hochstrass durch Trommelwirbel, den einige Zuhörer mittels Trommeln schlugen. Harald von Rheinhausen las seine Texte einfühlsam vor, so dass man die letzten Gedanken des Verurteilten auf seinem letzten Weg zum Galgen durchaus mitfühlen konnte. Der Autor gab auch Erläuterungen zur damaligen Zeit ab und erklärte die Zusammenhänge, so dass die Geschichte dieser Zeit wieder aufleben konnte. Optisch angereichert wurde die Lesung durch Aquarelle, die Haralds Ehefrau Barbara zum Buch gemalt hat.
Im 3. Teil ging es um die neuen Glocken der Christuskirche, die nach langen 37 Jahren und endlosen Anträgen endlich bewilligt wurden. An dieser Stelle kam Pfarrer Dieter Herberth von der Christuskirche hinzu, der zu den beschädigten Glocken der Christurkirche einige Erläuterungen abgab. Sinn und Zweck der Lesung durch Harald von Rheinhausen war, für die Restaurierung der Glocken zu werben. So konnte am Ende der Lesung wer wollte, einen Obolus in den“ historischen Klingelbeutel“ geben. Der Autor selber spendet pro verkauftem Buch 5,00 €. Am Ende ergab sich dadurch eine Summe von 160,00 €, die nun der Restaurierung zu Gute kommen. Ingrid Lenders, die als 2. Vorsitzende des Vereins diese Veranstaltung anregte und die organisatorische Terminabsprache und den Ablauf mit Harald von Rheinhausen koordinierte, fand, dass dies eine gelungene Veranstaltung und ein sehr erfreuliches Ergebnis war und von den Zuhörern gut angenommen worden ist.
Man kann schon sehr gespannt sein, wie die Geschichte von Peter Schmitz, dem Schmied aus Hochemmerich, weiter gehen wird, denn das 2. Buch ist längst in Arbeit. Wahrscheinlich wird es dann eine erneute Lesung im Lehrerhaus in Friemersheim mit Harald von Rheinhausen geben.
Die nächsten Termine im Lehrerhaus sind der 24. und 25. November 2012 jeweils ab 11.00 Uhr. An diesen beiden Tagen findet der traditionelle Weihnachtsmarkt im Lehrerhaus an der Friemersheimer Straße 21 in 47239 Duisburg-Friemersheim statt. Der Vorstand des Freundeskreises freut sich auf viele Besucher.
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