Integrationslotsen

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Das Land Nordrhein-Westfalen fördert seit dem 19. September 2014 8 Integrationslotsen bei uns in Duisburg. Zumindest erging an diesem Tag der Förderbescheid. Mit einem Umfang von 10 Wochenstunden sind diese Integrationslotsen beim Verein für Sprachförderung Duisburg e. V. Angesiedelt. Fünf von ihnen sind rumänischsprachig, 3 sprechen Bulgarisch. „Aufgrund ihrer Herkunft haben diese Integrationslotsen einen leichteren Zugang zu den neu zugewanderten Menschen aus dem südosteuropäischen Raum und können diese somit in ihrem Integrationsprozeß begleiten und unterstützen,“ berichtet die Stadt Duisburg.

Diese Integrationslotsen sollen Vermittler, Multiplikatoren, Netzwerk und Begleiter für die Rumänen und Bulgaren sein. Sie begleiten nach Angaben der Stadt beispielsweise bei Schuleingangsuntersuchungen, Sprechstunden und Elternabenden an Schulen und Kindergärten, geben Informationen über medizinische Regeluntersuchungen und sollen so beispielsweise an Vorsorgeuntersuchungen heranführen. Sie vermitteln Kontakte zu Sport- und Spielgruppen, Sprachfördergruppen und Deutschkurse.

Wichtig ist aber die Unterstützung der Zielgruppe bei Behördengängen. Im nachbarschaftlichen Umfeld sollen sie bei der Anmietung von Wohnraum helfen, aber auch über das soziale Miteinander hierzulande informieren – die Müllbeseitigung und allgemeinen Ruhezeiten, wie sie für die heimische Bevölkerung selbstverständlich sind, werden von der Stadt als Beispiel genannt. „Die Integrationslotsen ergänzen und unterstützen die professionellen Kräfte und die vorhandenen sozialen Angebote vor Ort in den Stadtteilen Hochfeld, Marxloh und Meiderich, da diese die höchste Neuzuwanderung aus dem südosteuropäischen Raum aufweisen,“ berichtet die Stadt.

Wer nähere Informationen dazu sucht, sei an die Ratsdrucksache 14-1335 verwiesen. Sie wurde beispielsweise in der Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Gesundheit am 5. Februar 2015 besprochen und ist über das Ratsinformationssystem der Stadt Duisburg, dort im Bürgerinfoportal, einsehbar.

Eine Bemerkung aus eigener Praxis dazu sei aber erlaubt. Es ist sicherlich löblich, daß sich die Stadt um diese Landesförderung bemüht hat und nun hilft, Probleme zu vermeiden. Es kommen aber sehr leicht Fragen auf.

Duisburg ist bunt und hat Zuwanderer aus sehr vielen Teilen der Welt. Dies ist auch an sich nicht verkehrt. Brauchen Zuwanderer aus Afrika, dem arabischen Raum, Indien, China oder Südamerika deswegen aber keine Förderung.

Ich selber habe oft mit Menschen zu tun, deren Wurzeln in Afrika liegen. Sie sind mit unserem Sozial- und Wirtschaftssystem nicht vertraut; hier ist Unsicherheit und Unwissenheit genauso vertreten wie andere kulturelle Gepflogenheiten. Es wäre schon hilfreich, wenn das Land auch Integrationslotsen für diese Personengruppen finanziell fördern würde.

Als es sie noch gab, bin ich selbst noch ehrenamtlicher Integrationslotse gewesen. Regelmäßige Treffen zwecks Erfahrungsaustausch waren damals genauso selbstverständlich wie der Einsatz auf Zuruf. Welcher finanzielle Aufwand für die Stadt Duisburg damals damit verbunden war, kann ich leider nicht sagen. Darüber wurde nie gesprochen.

Es wundert mich aber schon, daß ein solches Freiwilligenprojekt sang- und klanglos eingestellt wurde, ja, daß faktisch noch nicht einmal offiziell gesagt wurde, daß es uns damaligen Integrationslotsen nicht mehr gibt. Es wundert schon, daß solches freiwilliges bürgerschaftliches Engagement zugunsten öffentlicher Landesförderung zurückgestellt wurde.
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