Königs-Grab und Grill-Glocke

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Duisburg: Abtei Hamborn | Am Samstag lernte ich Klaus Becker kennen. Er ist gebürtiger Hamborner, Kaufmann im Ruhestand (Rentier nennt er das) und führt alle paar Wochen Fremde durch die Prämonstratenser-Abtei Hamborn, gleich neben Ikea.

Diese Führung wollte ich schon lange besuchen, aber samstags ist ja immer was anderes. Sie war überraschend gut besucht, außer mir nahmen noch 15 andere teil. Eine bunt gemischte Truppe.

Die Abtei Hamborn ist neben der in Bochum-Stiepel das einzige noch aktive Kloster im Ruhrgebiet. Sie wurde vor fast 900 Jahren gegründet, allerdings durch Napoleon 1806 aufgehoben und erst 1959 wiedererrichtet. 1994 wurde es erneut zur Abtei. Gründungsabt Albert Dölken - damals mit 36 Jahren jüngster Abt Deutschlands - übt dies Amt heute noch aus. 30 Herren gehören der Gemeinschaft an. Nicht alle leben in Hamborn, einige z. B. in einem Tochterkloster in Magdeburg.

Prämonstratenser bezeichnen sich nicht als Mönche sondern als (Chor-)Herren. Sie sind seelsorgerisch tätig, u. a. in der Jugend- und Erwachsenenbildung.

All das erfährt man während der knapp zweistündigen Führung, aber auch viel über die Geschichte Hamborns, das seit 1929 zu Duisburg gehört und vorher durch die Stahlindustrie (Bruckhausen gehörte zu Hamborn) recht wohlhabend war.

Die Geschichte Hamborns illustriert der Brunnen zwischen Kirche und dem angrenzenden Krankenhaus. Auf dem Abtei-Friedhof befindet sich u. a. die Gruft der Brauerei-Familie König.

Die Führung beginnt in der Kirche und führt über den Friedhof am Brunnen vorbei, in den Kreuzgang mit sehenswertem Brunnen. Sie endet in der kleinen Schatzkammer, und mit einem Blick auf den Klostergarten wo auch der Grill der Herren steht, gleich neben einer Glocke.

Klaus Becker hat zu allem etwas Originelles zu erzählen, beim Schreiben bemerke ich wieviel ich davon mitgenommen habe! Bei ihm reden Grabsteine und etwas Hamborner Lokalpatriotismus schwingt auch mit.
Die Führungen werden seit 10 Jahren regelmässig angeboten, bisher gab es über 3000 Teilnehmer. Außer ihm gibt es noch zwei weitere Tourführer: seine Frau und ein Lehrer im Ruhestand. Danke für einen spannenden Vormittag!
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Hildegard van Hueuet aus Xanten | 30.07.2015 | 12:14  
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