Kolumne 20: Geldbeutel

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Geldbeutel sind kleine Taschen oder Beutel, in denen Bargeld aufbewahrt wird. Sie werden gelegentlich auch Geldbörse, Geldsack oder Portemonnaie genannt und lassen sich bis ins alte Ägypten zurückverfolgen. Geldbeutel bestehen in der Regel aus Leder oder Kunststoff. Herrengeldbörsen sind zusammenklappbar und bieten Platz für Geldscheine, Kreditkarten, Ausweise und Visitenkarten. Ein Fach für Münzen kommt hinzu. Bei den Damengeldbörsen gibt es eine größere Formen- und Farbenvielfalt.

Die Rheinische Lederverarbeitungs-Innung ist verärgert. Sehr verärgert sogar. Aus dem deutsch-niederländischen Grenzgebiet ist nämlich zu vernehmen, daß das Bargeld abgeschafft wird, zumindest was die Münzen anbelangt. Entsprechende Meldungen gibt es aus den Banken vor Ort. "Münzen wie die 1-, 2- und 5-Pfennig-Münzen sind in der Herstellung zu teuer," berichten die örtlichen Banken und Sparkassen. "Unsere nationale deutsche Bundesbank stellt daher nicht mehr so viele dieser Münzen zur Verfügung, wie wir eigentlich bräuchten. Die Folge? Wir können in unseren Geschäftsstellen vor Ort auch nicht mehr so viele 1-, 2- und 5-Pfennig-Münzen an unsere Kunden ausgeben."

Auch der Handel wendet sich gegen zu viel "Kleingeld": "Es stört nur. Es dauert an der Kasse zu lange, zu rechnen und Wechselgeld herauszugeben. Die Kunden werden ungeduldig. Wenn wir immer nur runde Beträge nehmen, geht es an der Kasse schneller."

Was haben die Lederwarenhersteller - in der Regel sind es Handwerker - nun damit zu tun? Der Zusammengang ist schnell hergestellt: Gibt es weniger Geldmünzen, braucht man als Normalbürger auch schmalere, wenn nicht gar weniger Geldbörsen. "Die Abschaffung der 1-, 2- und 5-Pfennig-Münzen ist eine Kriegserklärung an uns. Ihr werden wir entgegenwirken."

Schokoladen-Glückspfennige werden an die Kunden abgegeben. Die Innungsmitglieder gaben im wahrsten Sinne des Wortes nur noch Geldbeutel heraus, in denen keine Geldscheine untergebracht werden können. Die Lederverarbeiter streikten und demonstrierten auf der Straße. Irgendwann wurde es dann zu einer größere Massenbewegung: Nämlich als die Pfennig-Fuchser sich den den Handwerkern anschlossen. "Wir rennen sogar für einige wenige Pfennige durch den Ort!" Seitdem sind auch wieder mehr Pfennig-Münzen im Umlauf.
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