Kolumne: Korsettmacher

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Ein Korsettschneider ist jemand, der sich auf das Anfertigen von Korsetts spezialisiert. Ein Korsett ist ein steifes, zur Unterkleidung gehörendes Kleidungsstück, das eng am Oberkörper anliegt und diesen formt.

Ehingen heißt ein Duisburger Stadtteil im Süden der Ruhrgebietsmetropole. Etwas versteckt, weil ländlich-forstwirtschaftlich gelegen, sagt man ihm nach, ein weiteres (neben Hochfeld) Zentrum für weibliche Liebesdienste zu sein.

Und übersieht dabei einen angenehmen wirtschaftlich-berufskundlichen Nebeneffekt: Es haben sich dort wieder einige Korsettschneider angesiedelt. Sie bedienen nicht nur die guten betuchten, aber übergewichtigen, gutbürgerlichen Damen in ganz Duisburg. Zur eigentlichen Zielgruppe gehören die Liebesdienerinnen vor Ort.

"Meinem Mann und mir ist aufgefallen, daß einige der Damen doch sehr wohlbeleibt sind," berichtet Jeanette-Yvonne, die selbst lange in dieser Branche gearbeitet und dann zum Damenschneiderhandwerk umgesattelt hat. "Schwabbeliges Fleisch an Armen, Beinen und Rumpf wirkt unästhetisch und damit geschäftsschädigend." Was also tun? Genau: "Ich stelle Korsetts, Bandagen, orthopädische Strümpfe und Ärmel her."

Eine Gewichtsreduktion kann die tüchtige Geschäftsfrau bei den Damen im Gewerbe natürlich nicht herbeiführen. Daß die käuflichen Dirnen aber hübscher aussehen und damit wirtschaftlich erfolgreicher sind, kann sie sich als Erfolg anrechnen. "Ich schicke auch regelmäßig meinen Gebhard hin und lasse es überprüfen. Passen die Korsetts noch? Müssen sie geflickt werden? Gebhard muß mir Bericht erstatten. Nur die Damen ausprobieren, das darf er nicht."
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