Kolumne: Wein

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Duisburg ist kein Weinanbaugebiet. Richtig? Stimmt auffallend. Spätestens seit den Weinfesten wissen wir aber, daß das edle Gesöff sehr, sehr beliebt bei uns ist.

Was also tun? Um den Winzern die weite Anreise zu ersparen, suchen die örtlichen Wirtschaftsförderer nach geeigneten Weinanbauflächen.

"Wir haben zwar genügend Flächen. Sie sind aber industriell schwer mit Schwermetallen und anderen Giften verseucht - land- und forstwirtschaftlich also nicht nutzbar," bedauern es die Wanheimer.

"Wir könnten den Botanischen Garten erweitern," schlagen die Leute in Duissern vor. Aus Rheinhausen kommt dagegen ein ganz anderer Vorschlag: "Es gibt tutti di mare, die Meeresfrüchte. Warum nicht Rebensorten züchten, die im Wasser wachsen?"

Den Zuschlag hat aber der Alsumer Berg erhalten. Dort gibt es einen geeigneten Boden. Unter chemischen Gesichtspunkten ist er unbelastet. Wasserqualität und Sonneneinstrahlung sind ausreichend. Also wurde der Versuch gemacht. Er endete so erfolgreich, daß dort das erste Weinanbaugebiet des Niederrheins entstand.

Was natürlich den Neid des Deutschen Champagner-Verbandes auf den Plan rief. "Was haben die, was wir nicht haben?" fragte man sich dort. Eine luxuriöse Trinkkultur? Die passende Zielgruppe? Tradition.

In Zusammenarbeit mit der örtlichen ortsansässigen Gastronomie wurden die Duisburger Champagnerwochen ausgerufen. Doch oh wehe: "Sie floppte." mußte der Verband schnell feststellen. Eine Alternative war bald gefunden. Die Nachbarstadt Düsseldorf ist Sitz vieler Wirtschaftsverbände und Industrieunternehmen sowie -verbände. Nach erfolgreichen Geschäftsabschlüssen gibt es dort immer etwas zu feiern. Die Absatzmöglichkeiten sind entsprechend größer.

Die Fruchtsaftbranche war durchaus cleverer. Es gibt ja bekanntlich nicht nur Apfel- und Fruchtsäfte. Auch Getränke aus Kirsche, Erdbeere, Himbeeren, Blaubeeren oder Ananas sind sehr beliebt. Auch Gemüsesäfte (z. B. Sauerkraut, Kartoffeln oder Blumenkohl) kommen hinzu.

"Wir sind in Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und Altenheime gegangen und haben unsere Produkte dort vermarktet. Wir haben auch Events auf Wochenmärkten veranstaltet. Wer dort auf den Geschmack gekommen ist, kauft heute in Reformhäusern und im Lebensmitteleinzelhandel ein."

Milch und milchhaltige Produkte sind eh´ schon in ausreichendem Maße auf dem Markt vertreten. Sie mußten nicht extra beworben werden.
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