Särge in der Cubus-Kunsthalle

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Die Cubus Kunsthalle liegt nur wenige Gehminuten vom Duisburger Hauptbahnhof. Ziel der Kunsthalle ist es nach eigenen Worten, "Menschen an die Kunst heranzuführen und bestehende Schwellenängste abzubauen". Die Kunsthalle wird privat betrieben; sie wird ausschließlich von Spenden und Sponsoren finanziert. "Wirtschaftsunternehmen wie die König Brauerei, die Haniel & Cie GmbH und die Stadtparkasse Duisburg, sowie mittelständische Firmen wie Renault Fahnenbruck, Jacques Weindepot und Bedachungen Bleier sind willkommene Kooperationspartner der cubus kunsthalle," ist auf der Internetpräsenz nachzulesen.

Die Kunsthalle kann dabei auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Sie beginnt im Jahr 1988. In einem kleinen Ladenlokal auf der Moltkestrasse wird die galerie cubus gegründet. Die kleine privaten Galerie liegt damals noch im Stadtteil Duissern.

Die heutigen Gebäude beherbergten früher die Stadtbibliothek sowie das Stadthistorische Museum. "Kunst kann einen wichtigen Beitrag zum Strukturwandel leisten," ist von der Kunsthalle zu hören. Voraussetzung dafür: Im Jahr 1994 überläst die Stadt Duisburg das Museumsgebäude für die Dauer von 25 Jahren. "Zur Finanzierung des Projekts ist eine GmbH & Co KG gegründet worden. Sie gewährleistet einen finanziellen Rahmen für die Kunst, und setzt sich für die Er- und Unterhaltung des Gebäudes ein. Durch zahlreiche Kommanditeinlagen und Sponsorleistungen konnte der umfangreiche Umbau der Räume realisiert und im Mai 1995 mit dem Ausstellungsprogramm begonnen werden. Um die monatlichen Betriebskosten gewährleisten zu können, wurden aus dem Gesamtkomplex mehrere Segmente untervermietet," ist auf den Seiten der Kunsthalle nachzulesen.

Zu den Mieter das Café Museum, das Café Nargile und der museumsshop, die durch Mietzahlungen zur Tragfähigkeit der Kunsthalle beitragen. Zumindest das Café Museum ist inzwischen in der örtlichen Duisburger Gastronomie etabliert und beliebt.

Um den Wünschen mehrerer Bürger und Firmen zu entsprechen, die für ihre Unterstützung von cubus Spendenquittungen erbaten, wurde der Verein zur Förderung von Kunst und Kultur in der cubus kunsthalle e.V. gegründet. Seither wird das Gebäude durch die Kommanditgesellschaft getragen, die Kunstprojekte vom Verein durchgeführt. So berichtet es die Kunsthalle auf ihrer Internetpräsenz.

"Die Cubus Kunsthalle ist eine Bereicherung für die städtische Kultur. Sie ist gut vernetzt und bietet als Einzelkämpferin Alternativen zu den umliegenden städtischen und privaten Museen. Wir im Kulturausschuß bemühen uns nicht umsonst, ihr regelmäßig einen kleinen Zuschuß zu zahlen," berichtet die Kommunalpolitikerin Ellen Pflug (SPD). Sie ist im Kulturausschuß tätig und begleitet die Kunsthalle schon seit Jahren. Nach ihren Worten ist die Existenz gesichert.

Dr. Claudia Schäfer heißt die Leiterin der Kunsthalle. Sie wurde 1960 in Duisburg geboren. Sie hat 1980 - 1994 Kunsterziehung, Kunstwissenschaft und Romanistik in Duisburg und Paris (Sorbonne) studiert.

Die Ausstellung SiebenSärge ist vom 5. Mai bis 4. Juni 2017 in der Cubus Kunsthalle zu sehen. Die Ausstellung ist leicht makaber und morbide. Die Kunst hat sich sicherlich schon oft mit dem Tod und Sterben beschäftigt - siehe das Motiv des Sensenmannes. Särge sind aber bislang noch immer ein Tabu geblieben. Gezeigt werden sieben Särge, zwar ohne Leichen, dafür aber mit Inhalt - Landschaften, Ortschaften und Objekten. Es geht um das Verhältnis zum Sterben, zum Tod, zum Glauben, zum Leben, Politik und Gesellschaft. Vorstellungen vom Jenseits kommen hinzu. Ein zehn Meter breites Wandbild mit der Darstellung aller je auf der Erde lebenden Menschen ist erstmals öffentlich zu sehen.

Die letzte Behausung des Menschen als Kunstobjekt? Warum nicht. Es gab jedenfalls schon schlechtere Ausstellungen im Cubus.
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