“The Good, the Bad and the Ugly”, das Festivaldorf der Ruhrtriennale 2015 auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle in Bochum

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Auf zum Festivaldorf...
 
vorne "BarRectum", im Hintergrund "Domestikator" und "Refektorium"
Bochum: Jahrhunderthalle |

Zum ersten Mal hat die Ruhrtriennale ein Festivalzentrum “The Good, the Bad and the Ugly“, das Kunstdorf auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle. Die Großinstallation, bestehend aus mehreren Teilen, stammt aus dem Rotterdamer Atelier Van Lieshout. Sie ist alles andere als langweilig. Sie ist provokant, skurril, makaber, chaotisch und an einigen Stellen nicht gerade jugendfrei, gespickt mit einer Prise Humor, meist unterschwellig erst auf den zweiten Blick erkennbar. Man darf sich auf jeden Fall überraschen lassen. Erdacht hat das alles Joep van Lieshout, er gilt als „Enfant terrible“ der Kunstszene. Seine Arbeiten werden weltweit gesammelt und ausgestellt. Das New Yorker MoMA ist z.B. eines der internationalen Museen, in denen seine Werke zu finden sind. Und nun also auch temporär in Bochum. Der Vorplatz der Jahrhunderthalle ist reif für Van Lieshouts provokante Kunst, die Zeit ist gekommen, wie es bei der Eröffnung hieß.

Das Atelier van Lieshout ist ein interdisziplinär arbeitendes Studio. Die Arbeiten bewegen sich auf der Grenze von Kunst, Architektur und Design. Alle Teile der in Bochum ausgestellten Großinstallation spiegeln die typischen Van Lieshout-Themen wider: Macht, Sex, Anarchie, Gewalt, Autarkie, Nahrung und Energie, Krieg und Frieden, Leben und Tod.

“The Good, the Bad and the Ugly”

“The Good, the Bad and the Ugly”, Namensgeber der gesamten Installation, ist das älteste Kunstwerk aus dem Jahr 1998. Ursprünglich war es ein mobiles Kunstlabor, das Kunst in die Schulen brachte. Ein Jugendclub auf Rädern, gleichzeitig eine erfundene Nachbildung der idealen Behausung des Unabombers. Erweitert ist es durch die Großskulptur „Domestikator“, die verdächtig nach zwei „kopulierenden Skulpturen“ ausschaut. Übernachten (Schlafraum vorhanden) ist in diesem Kunstwerk möglich. Angrenzend das „Refektorium“, ein funktionaler Scheuenanbau, in dem ein vielfältiges Programm, meist bei freiem ober zumindest moderatem Eintritt, stattfindet. Es bietet über 300 Sitzplätze. Im Festivaldorf sollen sich alle treffen, Zuschauer/innen, Künstler/innen, Studierende, Festivalmacher und alle, die mal neugierig einen Blick riskieren möchten.

Eine Bar im Dickdarm

Eine Skulptur, die sicher sofort alle Blicke auf sich zieht, ist „BarRectum“. Eine begehbare Skulptur, dem menschlichem Verdauungssystem nachgebildet, wobei der letzte Teil des Dickdarms überdimensional aufgebläht ist und damit einer Bar mit möglichst vielen Gästen Platz bietet.
Weitere Arbeiten sind zum Beispiel „Workshop for Weapons and Bombs“, sowie „Workshop for Medicine and Alcohol“, das “Hagioscoop“ sowie „The Heads, Claudia & Herrmann“. In der gläsernen Vorhalle der Jahrhunderthalle sind weitere Arbeiten ausgestellt, darunter fällt das rot lackierte Excrementorium auf. Muss man da nicht an die Latrinen der Römer denken? Wer beim Besuch des Vorplatzes tatsächlich ein menschliches Bedürfnis verspürt, der darf sich in den „Sanitary Silos“ erleichtern, Duschen und Waschbecken gibt es auch.

Woher kommt der Name?

Wer über die Namen des Kunstdorfes grübelt, hier die Lösung: “The Good, the Bad and the Ugly” ist nach einem Spaghetti-Western von Sergio Leone (deutscher Titel „Zwei glorreiche Halunken“) aus dem Jahr 1966 benannt. In dem Film treiben drei brutale, aber irgendwie doch moralisch saubere Schurken im Wilden Westen ihr Unwesen. Gut und böse und hässlich. Und das passt ja auch ganz gut ins Ruhrgebiet.

Dauer bis zum Ende der Ruhrtriennale, bis zum 26.09.2015

Geöffnet täglich von 13:00 bis 21:00 Uhr, bei Veranstaltungen auch länger.
Bis 13. September findet an jedem Sonntag um 13 Uhr ein halbstündiger Rundgang statt, Teilnahme ist kostenlos.
Das vielfältige Programm im „Refektorium“ gibt es hier

Die Fotos entstanden während der Bauphase, der Vorpräsentation und bei der Eröffnung. Viel Spaß beim virtuellen Rundgang...
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