Wiebke Siem im Lehmbruck

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  Die Ausstellung WIEBKE SIEM ist vom 7. März bis 19. April zu den gewohnten Öffnungszeiten im Wilhelm Lehmbruck Museum www.lehmbruckmuseum.de zu sehen. Dies geschieht im Rahmen der diesjährigen Duisburger Akzente.

"Mit einer großen Einzelausstellung stellt das Lehmbruck Museum die Bildhauerin Wiebke Siem (*1954 in Kiel, lebt in Berlin) vor, deren in nahezu drei Jahrzehnten entstandenes Oeuvre vor kurzem mit dem renommierten Kaiserring Goslar geehrt worden ist.

Der motivische Fokus liegt auf „Erinnerung“ und „Heimat“: Siems Werk kann im weitesten Sinne als narrativ bezeichnet werden, da es erzählerische Momente und Erinnerungen wecken kann. Ein wichtiges Thema ist ihr dabei die Kindheit, die für uns alle untrennbar mit Heimat verbunden ist. Ganz besonders, wenn sie verloren scheint, gilt das, was einmal Jean Paul formuliert hat: „Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“ Heimat wird so verstanden als „das verlorene Paradies“.

Wiebke Siem thematisiert „Heimat“ und „Vergangenheit“ als Formen der Erinnerung, die wir mehr oder weniger miteinander teilen, und spiegelt damit den Verlust einer Lebensform, in der Handwerk, Familie und Heimat verschmolzen. Den utopischen Moment ihrer Arbeit – so formuliert es Penelope Curtis, Direktorin der Tate Gallery – bildet dabei Siems Hoffnung, dass künstlerisches Schaffen und die Wiedererfindung der Welt noch eine Rolle spielen, unsere Imagination beleben und unser innerstes Selbst darstellen.

Erstmals werden zudem umfassend Siems Zeichnungen präsentiert, die ihr als Inspirationsquelle dienen und ihr eigenständiges bildhauerisches Denken veranschaulichen können."

So berichtet es das Begleitprogramm.

Die Ausstellung ist zweigeteilt. Ein erster Teil ist in der gläsernen Nordhalle zu sehen. Dort sind witzig anzusehende Figuren zu bewundern, die zumeist an der Decke hängen.

Ein zweiter Teil befindet sich in den Wechselausstellungsräumen im Anbau, also faktisch ganz am anderen Ende des Museumsbaus. Dieser Teil der Ausstellung gefällt mir persönlich am besten.

Sieht man von dem überdimensionierten Teppichklopfer (früher sicherlich nicht nur zum Reinigen des Bodenbelages, sondern auch zum Erziehen des ungezogenen Nachwuchses eingesetzt) einmal ab, erinnert mich die Kunst im Wechselausstellungsbereich doch sehr an den Gelsenkirchener Barock - und hat damit eindeutige Bezüge zum Akzente-Thema "Heimat".

Gelsenkirchener Barock ist eine Bezeichnung für vorwiegend wuchtige – meist gebauchte und hochglänzend edelholzfurnierte – ornamentreiche Schränke und Kommoden, wie sie in Deutschland erstmals in den 1930er-Jahren und noch einmal um ca. 1950 produziert wurden und populär waren.

Diese Möbel kenne ich noch aus der eigenen Verwandschaft. Wer heute in den Möbelhandel geht, wird dieses Design sicherlich nicht mehr antreffen. Wie schon im Akzente-Text richtig gesagt: Dieser Teil der Vergangenheit ist sicherlich unwiderruflich vergangen. Mit viel scherzendem Willen kann man diesen Teil der Ausstellung durchaus als "Stilleben" bezeichnen.
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