158.000 Euro Spendengelder in 2016: Caritas-Bosnienhilfe zieht Bilanz

Anzeige
Heribert Hölz beim Besuch eines Schaf-Projektes. Ein Großteil der Spenden dafür stammt von Kindergärten und Grundschulen. 130 Euro kostet ein Schaf. Schulklassen und Gruppen dürfen „ihrem“ Schaf einen Namen geben und erhalten zum Beweis ein Foto ihres Tieres mit Namensschild bei der Übergabe an die Kleinbauernfamilien. (Foto: privat)

Ohne Geldspenden könnte die Bosnienhilfe der Caritas Duisburg die Menschen in dem auch Jahre nach dem Bürgerkrieg von tiefster Armut und Not geprägten Balkan-Land nicht unterstützen.

Daher ist Heribert Hölz (74), Initiator und auch im Ruhestand weiter unermüdlicher Motor der Bosnienhilfe, dankbar für die beachtliche Summe, die im vergangenen Jahr Bürgerinnen und Bürger, Jung und Alt, aus Duisburg und vom Niederrhein für die gute Sache spendeten: 158.000 Euro. Zwar sind das 7.000 Euro weniger als im Jahr 2015. Hölz freut aber das "sehr ordentliche" Ergebnis. Und natürlich ist es dem pensionierten Sozialarbeiter wieder ein Bedürfnis, gewissenhaft Rechenschaft abzulegen, was er mit diesen Spendengeldern unternommen hat.

30.000 Euro wurden der Suppenküche in Zenica zur Verfügung gestellt, einer Stadt mit rund 130.000 Einwohnern und einer Arbeitslosigkeit von 70 Prozent. Ohne das Geld, gäbe es keine warme Mahlzeit für zahlreiche Arme, Alte und Kranke.
25.000 Euro überbrachte Hölz der Alten- und Krankenhilfe in den Kleinstädten Kotor Varos und Gradiska, um damit die Dienste zweier Krankenschwestern und Medikamente zu finanzieren sowie weitere Sachkosten abzudecken.

30.000 Euro kamen im Jahr 2016 den Familienpatenschaften zugute, das älteste Projekt der Caritas-Bosnienhilfe. Familien, die teils über gar kein Einkommen verfügen, erhalten dadurch ein Jahr lang 25 Euro im Monat. Geld, das Überleben sichert und so davon abhält, in Deutschland - vergeblich - auf ein besseres Leben zu hoffen. Denn Bosnien ist als sicherer Herkunftsstaat eingestuft, Asylanträge werden in der Regel abgelehnt.

Hilfe zur Selbsthilfe

Hilfe zur Selbsthilfe ermöglicht der Kauf von Schafen und Böcken im Rahmen des Schaf-Projektes, für das 10.000 Euro aufgebracht wurden. Mittels einer kleinen Herde können sich so Kleinbauernfamilien selbst versorgen oder Erlöse aus der Nachzucht erzielen.

10.000 Euro gingen nach Bihac, um dort zu helfen, eine Schule aufzubauen. Mit 20.000 Euro wurden ein Traktor und andere Gerätschaften für ein landwirtschaftliches Projekt angeschafft, ebenfalls als Hilfe zur Selbsthilfe. Für ungeplante, einmalige Nothilfen konnten 25.000 Euro aufgebracht werden. Die noch verbleibenden 8.000 Euro hat Hölz als "Reserve" ins neue Jahr übernommen.

Am Sonntag, 5. März, wird das 25-jährige Bestehen der Caritas-Bosnienhilfe in der Buchholzer Gemeinde St. Judas Thaddäus gefeiert. Weitere Jahre der Unterstützung werden sicherlich folgen, denn die Lage in Bosnien wird nicht besser, "eher schlimmer", so Heribert Hölz. Zu helfen ist für ihn daher zur Lebensaufgabe geworden.
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.