21 Kilometer gegen die Armut beim Muskathlon 2017 in Ruanda

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Claudia Helmrich und Tochter Alisa trainieren noch fleißig für den Muskathlon in Ruanda
 
Die erste Begegnung mit Patenkind Rachael (l) Jörg Helmrich, eine Begleitung des Mädchens und Claudia Helmrich (r)
Duisburg: duissern |

Alisa und Claudia Helmrich aus Duissern starten beim Muskathlon 2017 in Ruanda


Am 12. Mai geht’s los. Dann fliegen Alisa und Claudia Helmrich aus Duissern über 6.000 Kilometer weit, um in Ruanda beim Muskathlon 2017 an den Start zu gehen.


Dort geht es ihnen aber nicht nur um die sportliche Herausforderung, sondern um die Begegnungen und Erlebnisse mit den Menschen in Ruanda, um Eindrücke, die die eigene Sichtweise grundlegend verändern können. Außerdem wollen sie ein Zeichen gegen Armut und für Gerechtigkeit setzen.
In den letzten Wochen vor der Abreise wird natürlich noch ordentlich für den Halbmarathon trainiert. Claudia Helmrich (50) und ihre Tochter Alisa (21) laufen bei Wind und Wetter, teilweise auch mit Kopflampe, wenn’s dunkel wird. Dabei „ist Laufen doch gar nicht für den Menschen gemacht“, scherzt Claudia Helmrich, die diesem Sport bislang gar nichts abgewinnen konnte. Auch ihre Tochter findet das Training bis heute eher „ätzend“ und „viel zu anstrengend.“
Doch der Muskathlon in Ruanda hat ihren Ehrgeiz geweckt, denn hier geht es um weit mehr als die sportliche Leistung: Der Muskathlon ist eine Veranstaltung der internationalen, christlichen Männerbewegung "Der 4. Musketier", die sich für mehr Gerechtigkeit und gegen die schreckliche Armut in den Entwicklungsländern einsetzt. Langläufer, Radfahrer oder Wanderer aus aller Welt können mit der Teilnahme ihren Beitrag leisten, denn parallel zu ihrem Training sammeln sie 10.000 Euro Spendengelder oder zehn Patenschaften für Kinder in Ruanda. Die Spenden gehen an eine der größten christlichen Hilfsorganisationen der Welt: Compassion. Hier werden inzwischen 1.900.000 Kinder aus 25 Entwicklungsländern mit Spenden und Patenschaften nachhaltig unterstützt und bis zur Berufswahl begleitet.
Mit 30 Euro im Monat kann man das Leben eines Kindes völlig verändern“, erklärt Claudia Helmrich.

30 Euro pro Monat verändern Leben

„Es kann zur Schule gehen, wird medizinisch versorgt, bekommt regelmäßig Mahlzeiten, Schulmaterial, Kleidung und vor allem liebevolle Zuwendung, auch durch die christliche Erziehung. Das ist für die Kinder wie ein 6er im Lotto.“ Die Helmrichs haben es geschafft. Sie haben zehn Menschen aus dem Bekanntenkreis dazu mobilisiert, sich für jeweils ein Kind in Ruanda einzusetzen. Dem Start beim Muskathlon steht also nichts mehr im Wege.
Bevor der Wettkampf losgeht, werden die beiden Frauen einige Tage lang durch Compassion-Dörfer und Gemeindeszentren fahren, um die Menschen und die Hilfsprojekte dort kennenzulernen. Der Muskathlon selbst führt durch diese Dörfer, und die Einheimischen unterstützen die Sportler mit „großer Begeisterung, Dankbarkeit und mit leuchtenden Augen.“

Die erste Begegnung mit dem Patenkind in Uganda


Für Claudia Helmrich ist das nicht neu. Sie hat bereits 2016 am Muskathlon in Uganda teilgenommen, zusammen mit ihrem Mann Jörg (51), der als Mitglied der Bruderschaft „Der 4. Musketier“ die ganze Sache überhaupt in Rollen gebracht hat. „Als ich von dem Muskathlon gehört habe, wusste ich sofort, dass ich da unbedingt mitmachen will“. Mit zehn Patenschaften im „Gepäck“, erlebte das Ehepaar dann Monate später einen Langlauf durch atemberaubende Landschaft und voller emotionaler Begegnungen. Außerdem nutzten sie einige Tage vorher die Gelegenheit, ihr Patenkind Rachael (7) in Uganda kennenzulernen.
„Die Begegnung mit Rachael war ein echter Höhepunkt. Die Kleine war 300 Kilometer weit von ihrem Dorf zum Treffpunkt angereist und ziemlich müde. Aber sie hat sich sehr über das Kleid, die Kuschel-Giraffe und die anderen Geschenke gefreut“, erinnert sich Claudia Helmrich. „Sie hat für uns gesungen und uns Armbänder mit unseren Namen gebastelt. Es war überwältigend.“
Für so ein Kind bedeutet der Besuch eines Paten alles: Geschenke und Briefe werden über viele Jahre wie Schätze gehütet und immer wieder hervorgeholt. Die Briefe der Paten geben den Kindern über viele Jahre Halt und Zuversicht. „Erwachsene Compassion-Patenkinder haben uns erzählt, dass sie die Briefe ihrer Paten noch heute manchmal lesen und dabei zu Tränen gerührt sind. Die Paten und auch die christlichen Kinderzentren geben den Kindern das Gefühl, dass sie geliebt und unterstützt werden“, ergänzt Jörg Helmrich. Er hat als Einsatz-und Abteilungsleiter der Duisburger Berufsfeuerwehr schon viele schlimme Dinge gesehen. "Aber es ist unfassbar, wie arm die Menschen in Uganda sind“, erinnert er sich, sichtbar bewegt.


Tochter Alisa Helmrich zieht es mit ihren 21 Jahren schon lange nach Afrika. “Ich schließe jetzt erstmal meine Ausbildung zur Krankenschwester ab“, sagt sie, „dann möchte ich später für eine Weile in Afrika leben, um dort ehrenamtlich zu arbeiten.“ Doch am 12. Mai geht es jetzt erst mal für eine Woche, zusammen mit Mama, nach Ruanda zum Muskathlon.
Und dann ist da noch der kleine Jean de Dieu, das zweite Patenkind der Helmrichs in Ruanda. Claudia und Alisa haben seinen Kinderrucksack mit den Geschenken bereits gepackt und werden den 7-Jährigen auf ihrer Reise zum ersten Mal treffen. Ein großer Tag für drei Menschen von zwei verschiedenen Kontinenten.

Infos
Alle Informationen zum Muskathlon finden Interessierte im Internet unter www.muskathlon.com. Hier gibt es auch die Muskathlon-Termine für die nächsten Jahre, viele Hintergrundinformationen, Fotos, Filme und einen Link zur Hilfsorganisation Compassion.
Wer Claudia und Alisa Helmrich beim Spendensammeln unterstützen möchte oder eine Kinder-Patenschaft wünscht, erreicht die Frauen per E-Mail: gegendiearmut@gmail.com.

Fotos: Klaus Helmrich
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