Charity-Verkaufsschau hilft Frauen und Kindern in Honduras

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In der Aula werden die Kleidungsstücke gesichtet ...
 
... und nach Konfektionsgröße und Zustand sortiert.
Duisburg: Duisburger Hof | Alle Fotos: Hannes Kirchner

Geschäftiges Treiben herrscht dieser Tage im Gertrud-Bäumer-Berufskolleg in Duisburg-Neudorf: Schülerinnen und Schüler der bekleidungstechnischen Bildungsgänge „restaurieren“ die letzten von 2 500 beschädigten Kleidungsstücken, die die Firma Apriori gespendet hat. Berge von Jacken, Hosen, Röcken, Tops und Kleidern türmen sich auf den Tischen, werden von den Schülerinnen und Schülern kritisch begutachtet, nach Zustand und Größe sortiert. Defektes wird ausgebessert und aufgehübscht. Sie sollen am kommenden Freitag, 22. Februar, im Rahmen einer öffentlichen Charity-Verkaufsshow von 11 bis 18 Uhr im Grand City Hotel Duisburger Hof verkauft werden. Mit dem Erlös werden ein Frauenhaus und eine Grundschule in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa unterstützt.

Die Zeit drängt, schließlich muss am Freitag alles makellos und fehlerfrei auf Kleiderstangen im Duisburger Hof hängen und soll bei der Charity-Verkaufsschau zugunsten eines Frauenhauses und einer Grundschule im mittelamerikanischen Honduras reißenden Absatz finden.
Angestoßen wurde die Aktion von Irene Janssen, der Präsidentin der Deutsch-Honduranischen Gesellschaft. Als die in Münster beheimatete Damenoberbekleidungsfirma Apriori ihr eine Spende von rund 2 500 Kleidungsstücken aus Reklamationen und Mitarbeiterausstattungen anbot, überlegte Janssen nicht lange, sondern bat das Neudorfer Berufskolleg um Hilfe. Schulleiterin Ruth Gesing war gleich Feuer und Flamme: „Ich sehe darin eine großartige Gelegenheit für unsere Schülerinnen und Schüler, ihr erlerntes Wissen praktisch anzuwenden.“

Die Teilnehmer der bekleidungstechnischen Bildungsgänge wissen die praktische Abwechslung vom oftmals theoretischen Schulalltag zu schätzen: „Für mich ist besonders die Bestandaufnahme interessant“, erklärt Inci Cakmak. Das Honduras-Projekt ist für sie in vielerlei Hinsicht reizvoll: „Soviel Kleidungsstücke, an denen man arbeiten kann, bekommen wir ja sonst nicht zu sehen. Dass das Ganze auch noch für einen sozialen Zweck ist, motiviert mich sehr.“

Über Honduras habe sie vorher nichts gewusst, erklärt Yeliz Yilderim. Umso mehr habe sie geärgert zu erfahren, wie Mädchen und Frauen in der von Armut und Gewalt geprägten Gesellschaft unterdrückt werden: „Die Männer nehmen sich, was sie wollen, und die Frauen müssen es ausbaden. Da trage ich gerne dazu bei, dass es ihnen besser geht“, so die 18-Jährige.
Währenddessen sitzt ihr Mitschüler Joel Zupan konzentriert an der Nähmaschine. Nach der Schule möchte er Designer für Turniertanzbekleidung werden, jetzt aber begeistert er sich für abgerissene Träger, offene Nähte, fehlende Knöpfe. „Im Unterricht erstellen wir hauptsächlich Schnittbögen. Mit einer so großen Menge bereits fertiger Kleidungsstücke arbeiten zu dürfen, sehe ich als Chance.“

Schülerin Angelina Kahlen hat bereits leuchtende Augen: „Beim Durchschauen der Kleidung sind mir schon ein paar Stücke aufgefallen, die ich selbst am Freitag gerne kaufen möchte. Wenn man weiß, dass das auch noch anderen hilft, fällt die Entscheidung umso leichter“, sagt die 17-Jährige.
Die Auswahl ist riesig. In den Konfektionsgrößen 34 bis 46 gibt es vom sportlichen Outfit über das leichte Sommerkleid bis hin zum eleganten Stück nichts, was es nicht gibt. Dank des unentgeltlichen Einsatzes der Schülerinnen und Schüler zudem zu ausgesprochen moderaten Preisen, die weit unter den üblichen APRIORI-Preisen liegen.

Damit am Freitag auch logistisch alles rund läuft, wurden weitere lokale Helfer ins Boot geholt. Die Kleiderstangen stellt Karstadt zur Verfügung, den Transport übernimmt die Spedition Fiege, und der Duisburger Hof sorgt für die repräsentativen Räumlichkeiten. Damit die vorführenden jungen Damen – bis auf zwei professionelle Models aus dem Hause Apriori alles Schülerinnen – den ganzen Tag über auch optisch in Bestform sind, stellen die Friseursalons Leonhard, Lotze und Schmitz Azubis frei, die sich um Haut und Haare kümmern. So kann der gesamte Erlös ohne Abzug nach Honduras gehen.
Bleibt zu hoffen, dass viele am kommenden Freitag, 22. Februar, zwischen 11 und 18 Uhr im Hotel Duisburger Hof am Opernplatz in der Innenstadt vorbeischauen, um kräftig für den guten Zweck einzukaufen. Eröffnet wird die Veranstaltung von OB Sören Link, der die Schirmherrschaft übernommen hat.

Honduras
Honduras ist nach Haiti eines der ärmsten Länder Mittelamerikas. 71,6 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Statistiken sind kaum verlässlich. Die Regierung bemüht sich verstärkt um eine Reduzierung der Analphabetismusrate von 28 Prozent. In Honduras besteht Schulpflicht für Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren, der Schulbesuch ist kostenlos. Trotzdem haben rund 50 Prozent aller Kinder keinen Grundschulabschluss.

Die Deutsch-Honduranische Gesellschaft
Die Deutsch-Honduranische Gesellschaft (DHG) pflegt seit zwölf Jahren engen Kontakt zu Organisationen und öffentlichen Stellen in Honduras. Gemeinsam wurden bereits zahlreiche Hilfsprojekte im ganzen Land erfolgreich umgesetzt und vielen Menschen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Soziales geholfen. Die DHG engagiert sich unmittelbar in der Entwicklungshilfe in Honduras. Kontinuierlich wird daran gearbeitet, die Lebensbedingungen der Honduraner zu verbessern.
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