"Du bist fett und hässlich!" - Cybermobbing nimmt immer mehr zu

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Beleidigungen, Schikane und Tyrannei im Internet: Zum Thema „Cybermobbing“ schockieren Nachrichten aus der ganzen Welt. Immer mehr Fälle werden bekannt, bei denen harmlos erscheinende Streitereien zwischen Jugendlichen sogar mit dem Tod enden.

Der Fall der 13-jährigen Megan aus Missouri, USA, erregte kürzlich die Aufmerksamkeit der Medien. Das Mädchen erhängte sich, nachdem es von seiner Internet-Liebe zurückgewiesen worden war und Beleidigungen von unzähligen Nutzern auf seinem MySpace-Profil geerntet hatte. Dass die öffentliche Empörung sowie das ausgedachte Profil der Internet-Liebe eine geplante Inszenierung einer ehemaligen Freundin Megans und deren Mutter waren, macht den Vorfall zu einem besonders schwerwiegenden Fall von „Cybermobbing“.

Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes definiert Cybermobbing auf ihrer Internetseite (www.polizei-beratung.de) als „ein aggressives Verhalten, mit dem ein anderer Mensch absichtlich körperlich oder psychisch über einen längeren Zeitraum geschädigt wird. Die Täter nutzen Internet- und Mobiltelefondienste zum Bloßstellen und Schikanieren ihrer Opfer.“ Das Internet dient als Plattform, um rund um die Uhr aktiv sein zu können. So sinkt die Hemmschwelle vieler Menschen, wenn sie sich im Schutze der Anonymität sicher wissen. Ein großes Problem ist, dass Informationen im Netz für viel mehr Menschen zugänglich gemacht werden und so auch völlig Unbeteiligte am Mobbing mitwirken können.

Mittlerweile beschäftigen sich nicht nur Betroffene und deren Angehörige mit dem Thema, auch Politiker stellen sich die Frage, wie sicher das Internet heutzutage noch ist. 1999 starteten die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) die Aktion „Safer Internet Programme“ mit dem Ziel, illegale, unerwünschte und schädliche Inhalte zu bekämpfen. Im Rahmen dieser Sensibilisierungskampagne richteten die Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz sowie die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen das Projekt „klicksafe“ ein. Auf der Internetseite www.klicksafe.de werden vor allem Eltern und Pädagogen darüber informiert, was für Kinder im Umgang mit dem Internet wichtig ist.

Im Sommer 2011 ergab eine Forsa-Umfrage von 1.000 Schülern im Alter von 14 bis 20 Jahren, dass 18 Prozent der Befragten bereits online oder per Handy bedroht oder beleidigt wurden. Dadurch wird klar: Cybermobbing ist keine Seltenheit mehr und dramatische Fälle wie der Tod der 13-jährigen Megan sollten die Aufmerksamkeit der Eltern auf die Geschehnisse hinter den Kulissen der lächelnden Profilbilder lenken.
Weitere Informationen gibt es auf der Seite des Familienministeriums (www.bmfsfj.de/cybermobbing).
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2 Kommentare
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Klaus-D. May aus Düsseldorf | 07.12.2012 | 04:35  
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Astrid Günther aus Duisburg | 21.11.2013 | 11:15  
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