Erster Frühjahrsputz in der Altstadt

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Herrmann Vesslau, Verbandsvorsitzender der Duisburger Bürgervereine (re.) und Ralf Schmidt-Kamps, Anwohner der Abteistraße Fotos: Hannes Kirchner
  Duisburg: Beekstraße |

Zum ersten Frühjahrsputz hatte das Quartiersbüro Altstadt mit Unterstützung der „Offensive für ein sauberes Duisburg e.V.“ am vergangenen Freitagvormittag eingeladen. Etwa 70 fleißige, freiwillige Helfer strömten mit Besen, Eimer und Müllbeutel aus, um in ihrem Stadtteil gründlich „klar Schiff“ zu machen.

Treffpunkt war am Quartiersbüro Altstadt an der Beekstraße 6. Sehr bald wimmelte es dort vor Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, allesamt bekleidet in gelbe Westen und ausgestattet mit Greifer, Handschuhen, Eimer, Besen und Müllbeutel. „Ich finde die Aktion schön, endlich wird es hier mal sauber, und hoffentlich bleibt das dann so“, freut sich Tugce Bülbül. Die Jugendliche beteiligt sich mit zahlreichen anderen Gleichaltrigen im Rahmen der Maßnahmen „Aktivierungshilfe für Jüngere“ (AHJ) und „Fit for life“ des Diakoniewerks am ersten Frühjahrsputz in der Altstadt. Auch die Hochfelderin Elke Fritzen steht voller Tatendrang „in den Startlöchern“. Warum sie heute mitmacht? „Ich bin auf dem Sonnenwall geboren und so war es keine Frage, dass ich mich an dieser sinnvollen Aktion beteilige,“ sagt sie. Auch die rührigen Gärtner von „Müllers Garten“ an der Müllersgasse möchten hier heute selbst aktiv werden. Einer von ihnen, Prem Lürs, Anwohner der Beekstraße, räumt jedoch ein: „Ich bin noch Zweifler. Ist das richtig, dass wir so tun, als machen wir hier die Stadt schön? Und in Wirklichkeit ist aber alles so gottverlassen, das alle sowieso schon anfangen, ihren Müll dahin zu schmeißen. Ist es da richtig, so zu tun, als ob alles in Ordnung wäre? Weiß ich noch nicht, darüber mache ich mir Gedanken.“ Kurt Walter, ebenfalls Gärtner von „Müllers Garten“ und „tagsüber Altstadtbewohner“, wie er von sich selbst sagt, findet den ersten Frühjahrsputz in der Altstadt gut. „In der Hoffnung, dass die Menschen, die jetzt mitmachen, sich das ganze Jahr bücken - und vielleicht auch mal etwas pflanzen, so wie wir das tun“, sagt er. Die Beiden wollen sich als erstes den Bereich Beekstraße/Müllersgasse/“Brunnenpark“ vornehmen, da sei es mit am schlimmsten.

„Für mich ist es selbstverständlich, mich an der Aktion zu beteiligen“, sagt auch Herrmann Vesslau, Verbandsvorsitzender der Duisburger Bürgervereine, selbst Anwohner in der Stadtmitte. Auch Ralf Schmidt-Kamps, Anwohner der Abteistraße, findet die Putz-Aktion gut und deswegen sei er hier. Die 40 Viertklässler der Grundschule an der Klosterstraße nehmen das Gelände rund um ihre Schule in Angriff. „Wir wollen Müll aufsammeln, um die Stadt zu verschönern“, erzählen die neunjährige Alina Buduri und die zehnjährige Indira Fejzuli. „Ich finde die Aktion toll, weil das gut für die Umwelt ist“, findet Julian Neuschäffer. „Wenn ich heute nicht arbeiten müsste, würde ich auch mitmachen“, sagt Daniel Kuhbrügge. Das Ehepaar Spettmann ist vor kurzem zugezogen und findet die Aktion toll. Obwohl: „Wir finden es eigentlich sauber hier, in Geldern, wo wir davor gewohnt haben, war es schlimmer.“

„Da heute und morgen im ganzen Stadtgebiet ein großer Frühjahrsputz veranstaltet wird, haben wir als Quartiersbüro sofort gesagt: Da machen wir das auch“, erzählt Quartiersmanagerin Yvonn Bleidorf. Man wolle die Menschen motivieren, sich für ihr Quartier einzubringen. Sie freut sich, dass sich etwa 70 freiwillige Helfer am ersten Frühjahrsputz in der Altstadt beteiligt haben. Und auch die Wirtschaftsbetriebe schienen heute besonders fleißig zu sein, so Bleidorf schmunzelnd. Über Jugendliche und Kinder, die praktisch ihren eigenen Dreck wegmachen, erreiche man einen nachhaltigen Effekt. „Die Aktion ist beeindruckend für die Kinder, die sehr eifrig bei der Sache sind“, lobt Silke Ibeld, Klassenlehrerin der 4 a an der Grundschule an der Klosterstraße. Der neunjährige Timur Scholl und sein Team-Kollege, der zehnjährige Tim Lukas Mand, haben bereits einen mit Abfall gut gefüllten Eimer. „Ganz viele Zigaretten und auch Glas sind dabei“, erzählen sie. Es mache Spaß, die Altstadt sauber zu machen, sagen Beide im Brustton der Überzeugung. „Zigarettenkippen wegzuschmeißen ist Umweltverschmutzung“ sagen sie verständnislos. „Kinder sind Multiplikatoren,“ betont Bürgermeister und Vorsitzender der „Offensive für ein sauberes Duisburg e.V“ Manfred Osenger. Nach dem Großreinemachen im Quartier wurden übrigens alle engagierten Helferinnen und Helfer zum Dank mit einem Imbiss beim „Immerstatt Kinder- und Jugendtisch e.V.“ belohnt.

Info:

Das erste Großreinemachen im Altstadtquartier war eingebettet in die Aktion „DU mach(s)t sauber im gesamten Duisburger Stadtgebiet“, die am 11. Und 12. März statt fand, bei der Bürger aufgerufen waren, sich zu beteiligen
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