Eva Pankok ist tot

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Die langjährige Leiterin des "Otto-Pankok-Museums" in Drevenack ist am Dienstag, 16. Februar in Wesel gestorben. Sie wurde 90 Jahre alt.

Eva Pankok kümmerte sich Zeit ihres Lebens hingebungsvoll um das geistige Erbe ihrer Eltern und das Werk ihres Vaters Otto Pankok, einem in Mülheim geborenen Maler, Graphiker und Bildhauer. Das Otto-Pankok Museum in Drevenack wird künftig von der Otto-Pankok-Stiftung verwaltet und erhalten.
Eva Pankok, selbst Malerin, stammt aus einer Künstler- und Journalisten-Familie. Ihr Vater war Expressionist, der unter den Nationalsozialisten Berufsverbot erhalten hatte, ihre Mutter Hulda Pankok, geborene Droste, war Journalistin und Verlegerin, die sich unter anderem für die Rechte der Frauen einsetzte.
Eva Pankok setzte die Freundschaften ihrer Eltern fort. So auch zu Sinti, denen Otto Pankok ein Teil seines Werkes widmete.
Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hatte im Dezember 2014 ihre Eltern Otto Pankok und Hulda Pankok, posthum mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Dies ist die höchste Auszeichnung, die der Staat Israel an
Nicht-Juden vergibt. Eva Pankok hatte diese Ehrung für Ihre Eltern
entgegengenommen.
Voraussetzung für die Ehrung ist, dass die Helfer keine Gegenleistung verlangten
und nachweislich ein persönliches Risiko eingingen. Beide hatten während des
Nationalsozialismus die jüdische Schauspielerin Brunhilde Barz und ihren Ehemann, den Maler Mathias Barz, versteckt. Eva Pankok fällte die Entscheidung, zu helfen und stellte zu diesem Zwecke ihr Jugendzimmer zur Verfügung. Brunhilde und Mathias überlebten so Holocaust.
Eva Pankoks Tod ist ein unersetzlicher Verlust. Ihr unerschütterlicher Humanismus, ihre Menschenliebe und engagierte Vermittlung von Werk und Gesinnung ihrer Eltern werden Leitbild für die Fortführung der Arbeit der Otto-Pankok-Stiftung sein.
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Josef Dransfeld aus Duisburg | 21.02.2016 | 02:29  
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