Gertrud-Bäumer-Berufskolleg: Nesteldecken für Senioren

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Nicht nur schön, sondern auch hilfreich: Einige der Schülerinnen des Gertrud-Bäumer-Berufskollegs mit Lehrerin Ingrid Weinkauf (Mitte), Ideengeberin Claudia Matthias-Plesser (2.v.l.) und zwei Bewohnerinnen des AWO-Seniorenheims Innnenhafen.
Fotos: Florian Boos

„Die sind ja schön geworden!“ Wiltrud Rühl und Grete Benzenberg betrachten die bunten Nesteldecken, die ausgebreitet vor ihnen auf dem Tisch des Gruppenraums im AWO-Seniorenzentrum Innenhafen liegen. Die beiden Bewohnerinnen sind die ersten, die die Spende des Gertrud-Bäumer-Berufskollegs in Augenschein nehmen dürfen. Aber was sind eigentlich Nesteldecken?

Das wusste Schülerin Ann-Katrin Hempel vor einigen Wochen auch noch nicht. Als Ingrid Weinkauf, Lehrerin für Textile Praxis, ihrer Klasse vorschlug, solche Decken für ein Altenheim zu erstellen, schaute sie zunächst in fragende Gesichter. Nesteldecken? Nie gehört. „Nesteldecken, das sind sogenannte Fühldecken aus verschiedensten Stoffen mit Applikationen, Knöpfen oder Ringen, die viele sensorische Reitze bieten. Denn ältere Menschen neigen zum Nesteln, wollen immer etwas in der Hand halten. Besonders Demenzkranke tendieren dazu. Eine Nesteldecke hat eine beruhigende Wirkung und stimuliert gleichzeitig die Sinneswahrnehmung. Bei halbseitig Gelähmten hilft sie gegen Empfindungsstörungen und verbessert die Motorik“, erklärt Weinkauf.

Auf die Idee zum Nähen solcher Nesteldecken kam sie durch eine ehemalige Kollegin, deren Mutter im Seniorenheim am Innenhafen wohnt und erzählte, dass solche Decken dringend benötigt werden, leider aber auch viel Geld kosten. Das kann sich nicht jeder leisten. Schnell war die Idee geboren, dass das Getrud-Bäumer-Berufskolleg hier unterstützend tätig werden könnte. Denn nicht nur das Altenheim, auch die Schule profitiert von dem Projekt: „Die Erstellung solcher Decken ist sehr aufwändig und erfordert viele Techniken, die unsere Schülerinnen und Schüler so anwenden und vertiefen konnten. Ganz besonders wichtig aber war mir die soziale Komponente“, sagt Ingrid Weinkauf.

Bei so viel Filigranarbeit wurde die Geduld der Akteure mitunter auf eine harte Probe gestellt – durchgehalten haben aber alle bis zum Schluss. „70 Stunden haben wir an den zehn Decken gearbeitet. Das Projekt hat uns als Gemeinschaft richtig zusammengeschweißt, und das Ergebnis kann sich sehen lassen“, so Weinkauf. Das findet auch Edith Kaiser, Leiterin des AWO-Heimes. Und freut sich darauf, die Spende bald zum Einsatz bringen zu können.
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