Heiliger Kabelbinder!

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Die Fünfte Jahreszeit ist mit dem heutigen Aschermittwoch vorbei, nun kehrt der graue Alltag wieder ein. Genauer gesagt, die 50 verschiedenen Abstufungen von Grau rücken erneut in den Fokus. Denn die Film­adaption des von einer Britin geschriebenen „Mum Porns“ – neudeutsch für „Muttis erotische Phantasien“ – hat die Leinwände, Kulturteile der Zeitungen und Lifestyle-Magazine fest im Griff. Prominente Damen werden im Vor­abendprogramm befragt, ob sie sich gleich der Protagonistin Anna auch gerne mit Kabelbinder am Bettpfosten fixieren lassen, und ob durch den Liebhaber beigebrachte Klapse aufs Gesäß a) politisch korrekt, b) grenzwertig oder c) frauenverachtend seien. Sogar die Berlinale kam am „Filmereignis des Jahres“ nicht vorbei und zeigte die S/M-Schmonzette außer Konkurrenz. Auch volkswirtschaftlich ist der Film ein Erfolg: Baumärkte erleben derzeit einen Run auf alles, was die heimische Kemenate niet- und nagelfest macht, Fetischmode boomt und wird vermutlich bald büro­tauglich. Ich ziehe meinen Hut vor einer derart perfekten PR-Strategie. Und frage mich, welchen Arbeitstitel sie wohl intern trägt. Mein Vorschlag: „Einen Anna Klatsche“.
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