Nach Großbrand: "Wir lassen uns den Ingenhammshof nicht kaputt machen!"

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Ein trauriger Anblick: die Ingenhammshof nach dem Brand. Foto: Hannes Kirchner
  Duisburg: Ingenhammshof | Mit einer Mischung aus Wut und Bestürzung reagierte Karl-August Schwarthans, Geschäftsführer der AWO-Integrations gGmbH, auf die Nachrichten über eine mögliche Brandstiftung als Ursache des Feuers auf dem Ingenhammshof.

„Noch ist nicht klar, ob hier wirklich vorsätzlich Feuer gelegt wurde oder Fahrlässigkeit zu dem Unglück führte. Deshalb will ich mich mit meinen Äußerungen zurückhalten. Aber es trifft mich ganz persönlich, dass jemand aus Lust am Zündeln oder durch Unachtsamkeit den Tod von acht Tieren verschuldet hat und unsere wichtige Arbeit hier gefährdete“, sagte Karl-August Schwarthans.

Er fügte hinzu: „Wir lassen uns unseren Lernbauernhof nicht durch Dummheit oder kriminelle Energie kaputt machen. Der Wiederaufbau und die Rückkehr zu einem möglichst großen Stück Normalität stehen nun bei uns ganz oben auf der Tagesordnung.“ Bereits am kommenden Montag kann die Tagesgruppe auf dem Lernbauernhof in Meiderich voraussichtlich ihre Arbeit wieder aufnehmen.
Auch die Gruppen, die sich in den Räumen auf dem Ingenhammshof treffen, können aller Wahrscheinlichkeit nach bereits in den nächsten Tagen wieder den Hof nutzen.

Hofleiterin Margret Haseke will nach Möglichkeit schon bald wieder – zumindest in reduziertem Maße – die Reitkurse ermöglichen. Voll funktionsfähig werde der Hof aber sicher nicht vor dem Sommer 2014 sein, so Margret Haseke. „Einen genauen Zeitplan für die Fortsetzung unserer Arbeit können wir derzeit noch nicht nennen“, sagte Margret Haseke. Unklar ist derzeit ebenfalls, wann die fünf Pferde und drei Rinder zurück auf den Hof können. Zunächst stehe im Mittelpunkt, den Brandschutt zu räumen und den Hof zu reinigen, hieß es am Donnerstag. Zudem muss die alte Stallung, in der das Feuer tobte, abgerissen werden. Das historische Gebäude aus Lehmziegeln wurde ein Opfer der Flammen ebenso wie ein Teil der überdachenden Stahlkonstruktion.


War Dummheit oder kriminelle Energie die Brandursache?

Darüber hinaus überprüfen derzeit Experten, ob die nicht vom Brand betroffenen Räume allen Sicherheitsbestimmungen entsprechen. Unter anderem sind die Leitungen für Strom, Gas und Wasser auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen.
Deshalb lässt sich derzeit auch die Schadenshöhe nicht exakt beziffern. Allerdings wird allein der Wiederaufbau der Stallungen und des Lagers, die durch das Feuer in der Nacht zu Dienstag zerstört wurden, mehrere 100000 Euro kosten.

Dank des überlegten Einsatzes der Feuerwehr und einer Brandschutzmauer konnte ein Übergreifen des Feuers auf die weiteren Gebäudeteile verhindert werden, sodass ein weitaus größerer Schaden ausblieb. Nachdem inzwischen die Brandsachverständigen der Duisburger Staatsanwaltschaft ihre Arbeit getan haben und die Fachleute der Versicherungen ihre Begutachtung abgeschlossen haben, zeichnet sich folgendes Bild ab: Der Schaden ist als Versicherungsfall anerkannt und damit besteht die Möglichkeit, unmittelbar das unbedingt Notwendige an Arbeiten zu erledigen. Dazu gehört die Wiederherstellung der Räume, die durch das Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Die Stadt Duisburg signalisierte über einen Vertreter des Immobilienbetriebs Duisburg, dem der Hof gehört, die Bereitschaft zum Wiederaufbau. Konkrete Schritte und Verfahrensfragen sind jedoch noch abzustimmen. Dazu gehören unter anderem die Kostenermittlung und ihre Abdeckung durch die Versicherung. „Die Vorschriften für Neubauten sind andere als für Bestandsbauten. Das bedeutet, dass unter Umständen eine größere Investition notwendig wird“, so Karl-August Schwarthans. „Was ich heute sagen kann: Wir werden alles daran setzen, dass der Ingenhammshof wieder aufgebaut wird. Die Bedeutung des Lernbauernhofs für den Stadtteil und auch darüber hinaus verpflichtet uns geradezu, den Menschen und den Tieren dieses Stück Natur in der Großstadt zurückzugeben“.

Große Betroffenheit hat der Brand auch in der Bevölkerung ausgelöst. Die AWO-Duisburg bedankt sich noch einmal für die große Sympathie, die unmittelbar nach dem Unglück spürbar wurde. Allein die Facebook-Gruppe „Hilfe für Ingenhammshof“ hat inzwischen mehr als 3200 Freunde. Die AWO Duisburg erreichten zudem viele Spendenangebote. Ein eigenes Sonderkonto hat der Verband dafür inzwischen eingerichtet. Geschäftsführer Karl-August Schwarthans: „Es tut gut, in dieser wirklich schwierigen Situation so viel Unterstützung zu erhalten. Das zeigt, welche Bedeutung der Lernbauernhof als Oase mitten in einer von Industrie geprägten Landschaft für die Menschen hat. Wir sind dafür sehr dankbar.“

Spenden können eingezahlt werden auf das Konto:
„AWO-DU hilft“
„Ingenhammshof“
Sparkasse Duisburg
Kontonummer 200 022903, BLZ 350 500 00
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1 Kommentar
Claudia Brück aus Düsseldorf | 31.10.2013 | 15:48  
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