Schülerfirma „Gartenservice Grünzeug“ hält Kita-Gelände in Schuss

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Die Schülerfirma „Gartenservice Grünzeug“ der Förderschule Kopernikusstraße. (Foto: Frank Preuß)
 
Kinderkartenleiterin Barbara Wissenberg freut sich über den regelmäßigen Gartenservice
Duisburg: Dittfeldstraße |

Seit einem Jahr arbeiten Schüler der Förderschule Kopernikusstraße fünf Stunden pro Woche für ihre eigene Schülerfirma „Gartenservice Grünzeug“. Nun machen die Nachwuchs-Gärtner gemeinsame Sache mit dem Kindergarten St. Josef.

Die Schule hat einen zweiten Standort auf der Dittfeldstraße in Walsum. Da lag es nahe, mit dem in der Nähe gelegenen katholischen Kindergarten eine Kooperation einzugehen. Die Junggärtner ziehen immer freitags mit Schubkarren, Rechen und Schaufeln los, um das Kita-Gelände auf Vordermann zu bringen. 88 Kinder freuen sich über den regelmäßigen Besuch der fleißigen Helfer.

Die regelmäßige Pflege greift

Leiterin Barbara Wissenberg ist begeistert: „Es ist toll, dass die Schüler sich jede Woche um das Gelände kümmern. Im Herbst haben sie Unmengen an Laub entsorgt, die Wege sind immer sauber, die Sträucher blühen durch den regelmäßigen Schnitt viel schöner.“ Die Schüler haben sogar einen kaputten Pfosten für ein Kletterseil ersetzt, dornigen Wildwuchs beseitigt und schiefe Pflastersteine ausgerichtet. „In den Pausen findet man auch schon mal den einen oder anderen Schüler zum Verschnaufen in der Nestschaukel“, schmunzelt die Leiterin.
Es gibt noch viele Ideen für die Gestaltung des Kitageländes: ein Sinnesweg, zum Beispiel, oder ein Matschplatz, auf dem die Kinder mit Sand und Wasser so richtig schön "herumsauen dürfen". Dem „Gartenservice Grünzeug“ wird die Arbeit also nicht so schnell ausgehen.

Spielen gehört im Kindergarten dazu, auch für die Gärtner

Aber auch das Vergnügen bleibt nicht auf der Strecke: Wenn man die jugendlichen Gärtner mit den "Kita-Zwergen" Fangen oder Fußball spielen sieht, dann weiß man gar nicht, wer mehr Spaß daran hat. Der 16-jährige Kubilay nimmt sich besonders gerne Zeit für die "Minis": „Ich liebe Kinder! Später möchte ich selber ganz viele haben, und ich würde auch beruflich gern mit Kindern arbeiten oder Gärtner werden.“
Dank der Schülerfirmen werden die Jugendlichen fit für ihre berufliche Zukunft gemacht. Auswahl gibt es genug. Die Förderschule hat auf der Kopernikusstraße in Neumühl und auf der Dittfeldstraße in Walsum inzwischen mehrere Schülerfirmen vorzuweisen: Kunsthandwerk, Holzarbeiten, Druckerei, Cafeteria oder Partyservice stehen neben Gartenarbeit zur Auswahl.
Mitmachen können Schüler der Jahrgänge 8 bis 10. Für die Aufnahme in eine Schülerfirma müssen sie eine Bewerbung schreiben und in einem
Vorstellungsgespräch vor Lehrern und Schülern überzeugen - eine gute Übung für später. Lehrer Tobias Bücker ist davon überzeugt, „dass die Schülerfirmen den Einstieg ins Berufsleben erheblich erleichtern". Neben der praktischen Arbeit werden die Aufgaben und Themen im Unterricht aufgearbeitet.

„Als Schülerunternehmen arbeiten wir realitätsnah marktwirtschaftlich und gewinnorientiert“, erklärt Bücker weiter. Am Ende des Schuljahres bekommen die Schüler deshalb auch einen Lohn ausgezahlt. Aber es geht auch um die Einhaltung von Arbeitstugenden. Wer sich daneben benimmt, muss mit Abmahnungen rechnen und eventuell sogar die Firma verlassen. Die Lehrer Markus Duscher und Christoph Küpper leiten die schulische Gartenfirma mit insgesamt 15 Schülern.
Jetzt, zum Ende des Schuljahres, stehen einige Schüler kurz vor dem Schulabschluss und machen sich Gedanken um ihre berufliche Zukunft. Der 16-jährige Ama: „Ich möchte nach der Schule lieber Kfz-Mechaniker oder Anstreicher werden und mit meiner Freundin zusammenziehen." Wie alle anderen Schulfirmenabsolventen bekommt er neben seinem Abschlusszeugnis noch ein separates Arbeitszeugnis dazu. Das macht Eindruck bei künftigen Arbeitgebern. Eine Chance für den Förderschüler, zum „Gärtner" ihres eigenen Lebens zu werden.

Demnächst hat der Gartenservice noch mehr zu tun

Im kommenden Jahr wird der „Gartenservice Grünzeug“ seine Dienstleistungen ausweiten, denn auch das Familienzentrum St. Elisabeth in Walsum kann helfende Hände für das Gelände gebrauchen. Dazu gibt es noch eine gute Nachricht: Die neue schwarz-gelbe Landesregierung will die Auflösung von Förderschulen stoppen. Damit hätte man auch an der Kopernikusstraße Planungssicherheit für die kommenden Jahre.

Info-Box:
Wer mehr über die Schülerfirmen der Kopernikusschule wissen möchte, kann sich direkt in der Schule informieren unter Tel. 0203 / 59 10 65 oder im Internet auf https://www.fskopernikus.org/schülerfirmen.


Foto: Frank Preuß
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