Spielzeug für die Affen! Wie sich Ehrenamtliche als Rosinenstopfer für Zootiere engagieren

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Tierpflegerin Michaela Höller übergibt den Schopfgibbons ein Spielzeug mit Leckereien. (Foto: Hannes Kirchner)
Duisburg: Duisburger Zoo | Damit sich die Affen im Zoo nicht langweilen, hatte eine Gruppe Ehrenamtlicher vor zehn Jahren eine geniale Idee. Warum nicht einfach Spielzeug für die Zootiere basteln? Gesagt, getan. Schnell hatten sich engagierte Menschen gefunden, die sich fortan einmal wöchentlich trafen, um sich Beschäftigungen für die Affen auszudenken.


In der Natur fressen Affen gerne einmal die Kerne in den Tannenzapfen. Dazu müssen sie eine zeitlang darin herumpulen, um an die leckere Füllung zu kommen. Nachgeahmt bedeutet dies: Einfach leckere Rosinen in die Zapfen zu stopfen. Damit war auch der Name der Gruppe geboren: Rosinenstopfer!

Da Affen sehr vielseitig sind, stehen für die Spielzeugbasteleien beinahe alle Wege offen. So verstecken die Ehrenamtlichen leckere Kürbiskerne, Mais, Rosinen, Getreidekörner, Sonnenblumenkerne und anderes zusammen mit Heu als Füllmaterial in Plastikflaschen, Dosen, Kisten, Socke, Bettlaken und vielen anderen Dingen.

Es muss spannend bleiben


„Wichtig ist uns, dass die Affen es wieder auspacken können. Sie sind clever, und wenn die es einmal gesehen haben, geht es beim nächsten Mal gleich viel schneller. Deshalb denken wir uns immer mal wieder etwas Neues aus, damit es spannend für sie bleibt. Früher haben wir auch Ahornsirup genommen“, so Bärbel Klos.

Einmal im Monat treffen sich die Rosinenstopfer am Affenhaus und basteln und stopfen Vorräte für einen ganzen Monat. Die Pfleger geben es den Tieren dann nach und nach.

„Wir sind sehr froh über das Engagement der Spielzeugtruppe“, so Volker Grün, Diplom-Biologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zoos Duisburg. „Zwar kümmern sich auch die Pfleger um Beschäftigungsmöglichkeiten für die Tiere, doch sie haben natürlich nicht so viel Zeit. Dank des Fördervereins und der Rosinenstopfer stehen uns nun wunderbare Spielzeuge für die Affen zur Verfügung, die sie auch gerne annehmen. Manchmal dauert es nur Sekunden.“
„Die wissen schon, wenn sie wieder etwas bekommen und ziehen es gleich rein. Dann dauert es wenige Augenblicke, bis sie alles ausgepackt haben. Es ist toll, zu sehen, was die für einen Spaß daran haben“, so Rainer Finger.

Und so freuen sich denn auch die beiden Schopfgibbons über das neue Spielzeug, das sie Pflegerin Michaela Höller sofort aus den Händen nehmen, um es auszupacken.

Spaß am Auspacken


Das Spielzeug wechselt mit den Jahreszeiten immer mal wieder. „Letztes Jahr haben wir im Oktober zu Halloween Kürbisse ausgehöhlt und in den Gehegen verteilt. Auch nicht nur bei den Affen, sondern auch bei anderen Tieren, die damit etwas anfangen können, beispielsweise bei den Schweinen. Eventuell wollen wir diese Beschäftigung auch auf andere Tierarten ausweiten."

Das Engagement der Rosinenstopfer ist seit zehn Jahren ungebrochen. Am jeweils ersten Samstag des Monats im Zoo finden sie zudem regen Zulauf.
„Viele Kinder fragen spontan, ob sie mitmachen dürfen.“ Dürfen sie!

Text: Janina Schulze, Fotos: Hannes Kirchner
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