Walter Brune will FOC in City integrieren

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Wollen eine Königsallee in Duisburg: Architekt und Städteplaner Walter Brune und Immobilien-Ökonomin Sabine Josten. Foto: Hannes Kirchner

Das geplante Factory Outlet Center im Duis­burger Norden hielt er immer für eine Schnapsidee. Nun stellte der renommierte Architekt und Städteplaner Walter Brune in Kooperation mit der Immobilien-Ökonomin Sabine Josten eine „kurzfristig zu realisierende Alternativplanung zum FOC in Hamborn“ vor. Er will das Outlet Center in die Innenstadt integrieren. So könnten Einzelhandel und Outlet Shops voneinander profitieren.

Ginge es nach Brune, bekäme die Duisburger Innenstadt ein völlig neues Gesicht. Statt eines Fabrik­abverkaufs fernab der City propagiert er eine etwa 1 000 Meter lange, durchgehend glasüberdachte und beleuchtete Flanier- und Shoppingmeile, die sich vom Innenhafenkanal durch die Altstadt über die Königstraße bis zum Bahnhof hin erstrecken soll.

„Wenn die Stadtpolitik eine solche Idee unterstützt, ist eine Umsetzung sicherlich in relativ kurzer Zeit zu verwirklichen“, so Brune. Im Bereich der Altstadt möchte er Outlet Shops ansiedeln, in den leerstehenden Großraumgeschäften Discounter wie etwa Primark. Weitere Outlet Shops könnten in verwaiste Ladenlokale auf der Königstraße einziehen, Tür an Tür mit dem bestehenden Einzelhandel, wie es ja bereits erfolgreich in Bad Münstereifel praktiziert werde. Gastronomiebetriebe und Pflanzkübel sollen für ansprechende Atmosphäre sorgen. Wichtig: Die unansehnlichen Glasdächer auf der Königstraße müssten dringend überarbeitet werden, die Gestelle weiß gestrichen, Taubenabwehr und Verdrahtungen entfernt werden. „Zur Taubenabwehr gibt es effektivere und ansprechendere Maßnahmen“, so Brune. Unter dem Motto „Aufbruch in die Zukunft“ könne das Projekt binnen zwei Jahren erfolgreich realisiert werden.

Einen Namen für die angehende Prachtmeile haben Brune und Josten auch bereits gefunden: „Wir schlagen Königsallee vor. Denn warum sollte Duisburg als zentrale Stadt im Ruhrgebiet keine repräsentative Flanier- und Shoppingmeile besitzen?“

ZUR PERSON
Seit Anfang der 1980er Jahre war Walter Brune als Architekt, Entwickler, Consulter und Betreiber von innerstädtischen integrierten Einkaufszentren tätig, nachdem er 1970 bis 1973 das Shoppingcenter RheinRuhrZentrum in Mülheim an der Ruhr geplant hatte. An diesem Bautyp eines großen, nicht integrierten Einkaufszentrums auf einer Industriebrache hatte er erkennen müssen, dass es einem „Ausbluten der Innenstädte“ Vorschub leistete. Er entwickelte dann das Konzept einer Stadtgalerie, einer an die innerstädtischen Blockstrukturen angepassten Form einer multifunktional angelegten Einzelhandelsarchitektur, das er erstmals bei der Kö-Galerie in Düsseldorf umsetzte. Walter Brune setzte sich als „Stadtstreiter“ für die Erhaltung lebendiger Innenstadtzonen der Städte ein und publizierte unter anderem 2006 das Buch „Angriff auf die City“, 2009 das Buch „Centro Oberhausen - Die verschobene Stadtmitte“ und 2014 das Buch „Factory Outlet Center - Ein neuer Angriff auf die City“.
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2 Kommentare
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 26.09.2015 | 11:40  
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Dirk Schlenke aus Duisburg | 28.09.2015 | 09:26  
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