Der Wolf ist wieder unter uns - Angst?

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Duisburg: Duisburg | Der Wolf ist wieder unter uns. Der Wolf, er löst fast automatisch Angst in uns aus. Märchen, in denen der Wolf immer der Böse war, konditionieren uns. Von 60 Wolfsrudeln in Deutschland spricht das Bundesamt für Naturschutz. Gut, mag mancher denken, aber doch hauptsächlich im Osten und in Niedersachsen und nicht bei uns im Sektor. Das ist jedoch ein Irrtum. Sowohl in Hünxe als auch in der Walsumer Rheinaue (Duisburg) ist er noch vor wenigen Tagen gesichtet worden.

Und wie schnell sich das Verbreitungsgebiet der Wölfe ausweitet, stellt ein Wolf, dem man einen Peilsender anhängen konnte, eindrucksvoll unter Beweis, indem er innerhalb von drei Monaten den Weg von Mecklenburg-Vorpommern bis nach Belgien zurückgelegt hat. Und es ist nun mal so, dass junge Wölfe nolens volens ihr Rudel verlassen und sich auf Partnersuche begeben. Da kann man sich vorstellen, wie schnell der Wolf wieder zu unserem Alltag wird.

Besitzer von Schafherden schlagen natürlich Alarm, haben sie doch Sorge um das Leben ihrer Tiere. Aus der Natur drohen den Nutztieren Gefahren durch den Wolf. Dabei machen diese Tiere nur ein Prozent der Wolfsnahrung aus, sagt das Bundesamt für Naturschutz.
Hauptsächlich ernähren sich die Wölfe von Schalenwild, darüber hinaus Rotwild und Damwild, aber auch Hasen und Biber.

Aber all das - interessiert es unser Unterbewusstsein? Wohl kaum. Würden wir nicht Angst haben sogar um unsere Kinder oder um uns selbst, wenn die Wölfe nahekämen? Irgendwie ja. Woran liegt das?

Im christlichen Mittelalter bis weit hinein in die Neuzeit, in der das Christentum eine zentrale Rolle spielte, war der Wolf das Sinnbild des Bösen. Und die über Jahrhunderte eingeimpfte Dämonisierung des Wolfes wirkt in unserem Unterbewusstsein immer noch nach. Dabei verehrten die Germanen in der vorchristlichen Zeit den Wolf sogar. Diese Prägung hat sich in unseren Archetypen längst verloren. Märchen wie "Rotkäppchen" oder "Der Wolf und die sieben Geißlein" sind da viel präsenter. Ihre Botschaft: Der Wolf ist böse, er muss vernichtet werden. Dabei wird gern übersehen, dass der Wolf, dem man viele menschenähnliche Züge zuschreibt, oftmals einfach nur als Synonym für den bösen Menschen gedacht war.

Bleibt zu hoffen, dass wir vernünftig und gelassen mit der Rückkehr der Wölfe umgehen.
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17 Kommentare
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Peter van Rens aus Oberhausen | 08.03.2018 | 00:52  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 08.03.2018 | 00:55  
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Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 08.03.2018 | 09:37  
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 08.03.2018 | 11:52  
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Sahra Kleineker aus Moers | 08.03.2018 | 15:01  
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 08.03.2018 | 15:10  
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Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 08.03.2018 | 19:28  
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Volker Dau aus Bochum | 08.03.2018 | 21:22  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 08.03.2018 | 22:15  
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Stefan Hoffmann aus Düsseldorf | 09.03.2018 | 18:15  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 09.03.2018 | 20:51  
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 09.03.2018 | 23:48  
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Stefan Hoffmann aus Düsseldorf | 10.03.2018 | 06:34  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 10.03.2018 | 15:46  
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Stefan Hoffmann aus Düsseldorf | 11.03.2018 | 07:14  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 11.03.2018 | 11:41  
Oliver Borgwardt aus Gladbeck | 12.03.2018 | 10:45  
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