Aktion "Null-Toleranz": Kampf für Sauberkeit und Sicherheit geht weiter.

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Wilde Müllkippen: leider kein seltenes Bild. Foto: Frank Preuß

Mit dem Projekt „Null Toleranz - Für mehr Sauberkeit im Ortsteil“ hat die Stadt zunächst in Marxloh und Hochfeld hart durchgegriffen. Dies war nur in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsbetrieben, der Polizei und der Verkehrsüberwachung möglich.

Von Andrea Niegemann

Vier Wochen lang wurde zunächst in Marxloh ordentlich "ausgekehrt". 241 wilde Müllkippen mussten beseitigt werden, über 100 Schrottfahrzeuge wurden ausfindig gemacht. Falschparkern, Kaugummispuckern, Zigarettenstummel- und Temposündern ging es ans Portemonnaie.
Die Mitarbeiter der Abfall-aufsicht waren von morgens bis abends im Einsatz. An ihrer Seite Streifenpolizisten, Politessen und der städtische Außendienst, zum Teil bis in die Nacht hinein. Diese führten auch die nachfolgende Sonderaktion in Hochfeld durch. In der zweiten Dezemberwoche wurden allein hier 110 wilde Müllkippen entsorgt und 958 Verwarnungsgelder eingefordert.
„Die Menschen sollen gut, sauber und sicher leben können“, betont Oberbürgermeister Sören Link, „und deshalb werden wir diese Aktionen auch fortsetzen. Das ist nicht einfach zu lösen, und es wird Rückschläge geben, aber wir werden das konsequent und sehr entschlossen angehen."
Die Pläne dazu stehen bereit. „Eine Woche pro Monat schaffen wir“, verspricht Sören Link. Meiderich, Beeck, Rheinhausen und erneut Marxloh und Hochfeld werden als nächstes aufgeräumt.
Polizeipräsidentin Elke Bartels sieht ganz klar einen Zusammenhang zwischen der Kriminalitätsrate eines Ortsteils mit dessen Erscheinungsbild. „Ein zerbrochenes Fenster zieht andere nach sich“, so Bartels. Es sei wichtig, hier den Vermeidungseffekt zu stärken. Glücklicherweise seien die Einsätze ohne Eskalationen durchgeführt worden, denn gerade in Marxloh und Hochfeld musste mit aufgebrachten Bürgern gerechnet werden.
Thomas Patermann freut sich als Vorstandssprecher der Wirtschaftsbetriebe darüber, dass es jetzt „nicht mehr nur ums Wegräumen“ geht, sondern die Verursacher konsequenter zur Verantwortung gezogen werden. 9.000 Kilo Abfälle haben die Wirtschaftsbetriebe allein in Marxloh gesammelt, und das neben der regulären Entsorgung.
Patermann dazu: „Wir werden die Reinigungsintervalle auf der Weseler Straße in Marxloh und auf der Wanheimer Straße in Hochfeld verdoppeln.“
Im Rahmen der Pressekonferenz wurde auch über den gefährlichen Brand in Hochemmerich gesprochen, der sich wenige Stunden zuvor ereignet hatte. Vier Kinder, zwei Säuglinge und ein Erwachsener wurden durch Rauchgase in dem Mehrfamilienhaus vergiftet. 30 Personen mussten evakuiert werden. Das Haus stand bereits vor dem Brand auf der städtischen Liste der 85 "Schrottimmobilien" in Duisburg.
Auch „dieses Haus war hochgradig verdreckt und vermüllt. Die Kakerlaken sind uns über die Füße gelaufen“, berichtete Duisburgs Rechtsdezernentin Daniela Lesmeister, die gleich nach dem Brand mit einer Task-Force vor Ort war. Das viergeschossige Gebäude wurde aus Sicherheitsgründen für unbewohnbar erklärt.

Gefährliche Lücken im Brandschutz

Die Task-Force hatte beispielsweise gefährliche Lücken im Brandschutz festgestellt: Nicht dicht schließende Türen, der fehlende Rauchabzug und natürlich der leicht entflammbare Müll in den Wohnungen. Man könne von Glück reden, dass bei dem Brand nicht noch mehr passiert sei.
„Es ist genau das eingetreten, wovor wir immer gewarnt haben und warum wir so rigoros vorgehen“, so Daniela Lesmeister. „Brandschutz ist keine Meinung, Brandschutz ist Fakt."
Oberbürgermeister Sören Link ergänzte, „dass diese Vorschriften keine Behördenwillkür sind, sondern im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden können. Wir werden unseren Weg des Kampfes gegen Schrottimmobilien und deren Vermieter weitergehen."
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