Arbeitslosigkeit und Jugendliche

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Genau 30.837 Menschen waren im Oktober 2013 bei uns in Duisburg arbeitslos gemeldet. Das waren 277 = 0,9 weniger als noch im September 2013. Die Zahl der Personen, die in Qualifizierungen, Aktivierungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten beschäftigt waren (und deswegen von der Arbeitsverwaltung nicht mitgezählt werden), lag beim 9.664. Mit einer Quote von 16,1 % war dies ein leicht geringerer Wert als noch im September.

In der Arbeitslosenstatistik gibt es zwei verschiedene Rechtskreise. Im Versicherungsbereich (SGB III) waren 6.022 Personen arbeitslos gemeldet, was einer Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent entspricht. Im Rechtskreis SGB II = Grundsicherung sank die Arbeitslosigkeit leicht auf nunmehr 24.815 Personen = 10,1 %.

"Duisburg hat einen Stellenmarkt ohne Dynamik," berichtet Ulrich Käser, Vorsitzender des Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg. "Das macht mir Sorge. Ich hoffe, die guten Konjunktur- und Wirtschaftsaussichten schlagen sich 2014 auch in konkrete Arbeitsstellen um. Der Markt ist momentan aber nicht sehr aufnahmefähig. Ich habe derzeit leider mehr Abbauszenarien als Aufbauszenarien."

Die Agentur für Arbeit Duisburg verzeichnet bei den Ausbildungsstellen im Lehrjahr 2012 / 2013 einen Rückgang bei den gemeldeten Ausbildungsstellen. Ihre Zahl lag bei 2.905 Stellen. Die Zahl der Bewerber stieg dagegen auf 3.802 an. Ende September waren nach Behördenangaben noch 65 Bewerber ohne Ausbildungsstelle. Dies ist ein leichter Zuwachs um 2 Personen im Vergleich zum Vorjahr. Den noch nicht versorgten Bewerber stehen 129 noch nicht besetzte Berufsausbildungsstellen gegenüber. Rund gerechnet könnte also jeder noch nicht versorgte Jugendliche 2 Stellen antreten. Käser zeigt sich etwas enttäuscht über den Rückgang bei den gemeldeten Ausbildungsstellen. Prozentual lag er bei 10,7 %. "Das war ein größerer Rückgang, als wir erwartet haben."

Jedem ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen soll den Worten der Regionalen Ausbildungskonferenz auch ein adäquates Stellenangebot unterbreitet werden. So soll ein reibungsloser Übergang von der Schule ins Arbeitsleben sichergestellt werden. "Die Betriebe sind aufgerufen, in die Ausbildung von Nachwuchskräften zu investieren. In einigen Branchen fehlen schon jetzt die Nachwuchskräfte. Es wurde nicht die Chance genutzt, sich im Potential des doppelten Abiturjahrganges zu bedienen. Das ist schade."

Anlagenbauer und der Elektrobereich hat einen großen Fachkräftebedarf. Dort bedient man sich wohl bei den arbeitslosen Fachkräften, die weiterqualifiziert werden.

Der Hotel- und Gaststättenbereich sucht händeringend Nachwuchskräfte. Dort muß man allerdings arbeiten, wenn andere Leute frei haben. Einen Mangel gibt es auch in der Pflege. "Dort mache ich mir die Hände schmutzig. Viele Jugendliche fragen auch: Wie sieht es mit der Bezahlung, wie mit Aufstiegschancen aus?"

Eine gute Möglichkeit, wie Betriebe, Berufe und Jugendliche sich kennenlernen können, sind Praktika und Ferienjobs, die nicht allein dem Geldverdienen dienen.

"Wir haben es nicht geschafft, Abiturienten in das Handwerk zu locken," betont allerdings Dr. Frank Bruxmeier von der Kreishandwerkerschaft selbstkritisch. "Der Verdienst und die Karrieremöglichkeiten wurden nicht deutlich genug hervorgehoben."
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