Asylbewerberheim in Duisburg-Walsum - jetzt geht alles schnell! Haben die Stadtverantwortlichen die unsägliche Zeltstadt selbst verschuldet?

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Bereits im Jahr 2013 hatte die Stadt Duisburg Probleme mit dem Flüchtlings- und Asylbewerberstrom. Sie kam mit der Bereitstellung von Wohnraum kaum nach.

Am 17.Oktober 2013 berichtete die WAZ von der Absicht der Stadt, in allen sieben Stadtbezirken Asylbewerberheime bereit zu stellen, so auch in Walsum, wo das bestehende Heim an der Königstraße wegen Einsturzgefahr nicht mehr genutzt werden konnte. Reinhold Spaniel, Sozialdezernent der Stadt, ließ für diesen Standort verlautbaren: Abriss und Neubau an gleicher Stelle.

Dem Abriss kam knapp einen Monat später, im November 2013, ein vermutlich gelegtes Feuer zuvor, welches das Heim dem Erdboden gleich machte.
Aber nach dem Wegräumen der Überreste kehrte Ruhe - Untätigkeit? - ein.

Nichts geschah, bis - ja bis dann im Sommer 2014 die unsägliche, überregional Wellen schlagende Zeltstadt auf einem ausrangierten Fußballplatz der Sportfreunde Walsum 09 kam, etwa 150 Meter Luftlinie von dem Königstraßenstandort entfernt. Schon damals stand die Frage im Raum, warum der Neubau nicht bereits fertiggestellt war. Er hätte die Zeltstadt überflüssig gemacht. Klare Antworten der Stadt, wo es geklemmt hätte, zumal Baugenehmigungen in die Zuständigkeit der Stadt fallen, waren Fehlanzeige.

Im Dezember 2014 kam dann endlich die Baugenehmigung, als die Zeltstadt angesichts der beginnenden kalten Jahreszeit - übrigens ungenutzt - schon wieder abgebaut war, und knapp einen Monat später, Anfang Januar 2015, begannen die Bauarbeiten am Fundament des neuen Heimes.

Am heutigen 28. Januar kamen in aller Frühe Lkw vorgefahren mit großen Containerbauteilen, die unverzüglich mittels eines Schwerlastkrans verbaut worden sind. Schon in der Mittagszeit sind sogar Teile der zweiten Etage aufgesetzt. Der Februar wird noch für den Innenausbau benötigt. Im März soll das Heim bezugsfertig sein.

Bei solch kurzer Bauzeit stellt sich die Frage, ob die Stadtverwaltung die Zeltstadt mit all ihren negativen Auswirkungen nicht fahrlässig herbeigeführt hat.

Warum konnte nicht bereits im späten Frühjahr 2014 die Baugenehmigung vorliegen?

Von der Stadt wären unnütze Kosten, aber auch ein weiterer Imageverlust abgewandt worden.

Wo liegt die Verantwortung?

Ein fader Nachgeschmack bleibt allemal.
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Dirk Schlenke aus Duisburg | 28.01.2015 | 14:28  
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