Auschwitzgedenken oder: Schlafen Kommunalpolitiker lieber lange aus?

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Es ist Sonntagvormittag. Ich komme soeben von einer kleinen Gedenkfeier anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 70 Jahren nach Hause und bin voller Ärger.

Die evangelische Kirchengemeinde Walsum-Aldenrade hatte eingeladen zum Platz der Erinnerung im Herzen Walsums, des nördlichsten Duisburger Stadtbezirks, wo vor wenigen Jahren eine Gedenkstätte für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft errichtet worden war.

Von der Kirchengemeinde insbesondere eingeladen waren die Bezirksvertreter Walsums. In der Einladung war zu lesen: "Ihre Anwesenheit ist ein wichtiges Zeichen Ihrer Verbundenheit mit einem Teil dessen, was Kinder und Jugendliche in unserer Kirchengemeinde gerade bewegt." Mit wenigen Ausnahmen zeigten die Bezirksvertreter, die zu ihren Sitzungen ansonsten stets vollzählig oder fast vollzählig erscheinen, auch wenn viele unter ihnen kaum ein Wort herausbringen, aber Sitzungsgelder nicht am Straßenrand liegen lassen wollen, dass sie keinerlei Verbundenheit spüren und stattdessen lieber länger ausschlafen, und das auch noch bei einem solch hoch sensiblen Thema. So kann man auch Zeichen setzen.

Bürgernähe und politisches Verantwortungsbewusstsein sowie Engagement stelle ich mir anders vor. Aber vielleicht ist das gezeigte Desinteresse mancher (womöglich auch vieler oder der meisten) Politiker symptomatisch für die gesamte Politikerkaste. Gerade in der aktuellen politischen Situation in Deutschland lässt sich nachempfinden, dass viele Bürger die "Schnauze voll haben". Ich jedenfalls bekomme davon Plaque.
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