Beschäftigten-Slogan bei Ikea in Duisburg: „Knechtest Du noch oder arbeitest Du schon?“

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Heftige Kritik an Lohndrückerei und befristeten Arbeitsverhältnissen

Rote Karte fürs Arbeiten hinter blau-gelber Fassade: Ikea in Duisburg muss sich heftige Kritik gefallen lassen. Grund sind die Beschäftigungsbedingungen eines Subunternehmens, das für Ikea arbeitet. Es handelt sich dabei um das IBR Gebäudemanagement aus Essen. Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU wirft IBR vor, Niedriglöhne zu zahlen

Mahir Sahin von der IG BAU Rheinland spricht von einem „System der Repression und des Drucks – und das bei einem Lohn, der im Keller liegt“. So bekommen Reinigungskräfte in der Ikea-Spülküche nach Angaben der IG BAU einen Stundenlohn von 6,85 Euro. Der gesetzlich garantierte Mindestlohn für die Gebäudereinigung liege jedoch bei 9 Euro pro Stunde. „Was hier passiert, ist mit Recht und Gesetz nicht vereinbar. Die Lohndrückerei vom IBR Gebäudemanagement ist schlichtweg illegal. Wer Putzkräfte um ihren gerechten Lohn bringt, der hat in der Branche nichts zu suchen. Und vermutlich bei Ikea auch nicht. Ganz abgesehen davon, dass IBR auch das Image von Ikea erheblich beschädigt“, sagt IG BAU-Sekretär Mahir Sahin.

Die Lohndrückerei mache auch vor anderen Jobs auf dem Ikea-Gelände in Duisburg nicht Halt. „Wagenschieber und Platzreiniger bekommen gerade einmal 6,85 Euro pro Stunde für einen Knochenjob bei Wind und Wetter“, so Mahir Sahin. Auch dafür sei die Essener IBR verantwortlich. Und auch andere Ikea-Filialen wie Düsseldorf und Kaarst seien betroffen. Die IG BAU informiert jetzt vor Ikea-Märkten mit Flugblättern über die Lohnpolitik. „Die Ikea-Kunden sollen wissen, was sich hinter der blau-gelben Schöne-Wohnwelt-Fassade abspielt“, so Sahin. Denn der Beschäftigten-Slogan laute dort längst: „Knechtest Du noch oder arbeitest Du schon?“
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