Bezirksbürgermeister Uwe Heider: Mehr Grün für Hamborn

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  Duisburg: Wochen-Anzeiger |

Die Berichterstattung über libanesische Gangs, problematische Immobilien und Kriminalität in "seinem" Gebiet, vor allem in Marxloh, in den letzten Wochen hat Hamborns Bezirksbürgermeister Uwe Heider intensiv verfolgt. Und dennoch ist sein Rückblick auf 2016 kein "Blick zurück im Zorn".

Alle Jahre wieder besucht der SPD-Politiker die Redaktion des Wochen-Anzeigers, um das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und Ausblicke auf das kommende zu wagen. Doch auch am Ende dieses nicht ganz einfachen Jahres bleibt Heiders Fazit ein positives: "Nichtsdestotrotz ist Marxloh nicht so schlecht, wie es dargestellt wird."
Dass in Sachen "Schrottimmobilien" etwas getan wird, findet der Bezirksbürgermeister auf jeden Fall gut. Und dass nach mehr Sicherheit gerufen wird, auch. Sein großes Thema ist allerdings die Bildung. Begeistert ist er von der Herbert-Grillo-Gesamtschule, lobt die dortigen Fördermaßnahmen.
Nach dem "Vorbild" Rütli-Schule in Berlin, die durch ihre problematische Schülerschaft bekannt wurde und sich erfolgreich aus dem schlechten Image befreite, wünscht er sich für die Schullandschaft in Marxloh noch mehr Verbesserungen. "Respekt voreinander zu haben und das zu vermitteln finde ich zum Beispiel wichtig", erklärt Heider, "neben dem Erlernen der deutschen Sprache und einem vernünftigen Schulabschluss."
Wichtig sei auch, die jungen Menschen nicht nur gut auszubilden, sondern dafür zu sorgen, dass diese nach ihrer Ausbildung nicht wieder gingen, sondern blieben und hier arbeiten. Ausdrücklich lobt der Politiker die Menschen, die sich im Stadtteil engagieren, wie die evangelische Kirche, die Werkkiste oder andere ehrenamtliche Helfer.
Ein großes Thema in diesem Jahr war das geplatzte Factory Outlet Center in Hamborn. "FOC ist out. Gut ist, wenn auf der Fläche jetzt etwas Neues entsteht. Das muss man jetzt abwarten", sagt Heider. "Was umgesetzt wird, muss man sehen. Aber es ist nun Sache des Eigentümers, für vernünftige Wohnungen zu sorgen."

Barbara-Krankenhaus wird aufgelöst

Wie hat sich das große Thema von 2015, die Flüchtlingssituation, denn entwickelt? "Ab und zu gibt es Beschwerden, zum Beispiel über Lärmbelästigung. Aber das hält sich in Grenzen", erklärt Uwe Heider. "Sobald wir was hören, helfen wir auch." Das Barbara-Krankenhaus werde nun aufgelöst.
Erfreut ist Heider über die Eröffnung der neuen Vielfach-Sporthalle, die Walter-Schädlich-Halle: "Und das ist ja auch eine schöne Erinnerung an einen Hamborner, der sportlich viel erreicht hat." Im Januar soll dort als nächstes die Deutsche Judo-Meisterschaft stattfinden.
Auf die Frage seiner persönlichen Zukunft hält sich der Duisburger alle Türen offen: "Ich bin bis 2020 gewählt. Und es macht immer noch Spaß." Auch wenn er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr alle Termine wahrnimmt. Doch 2020 naht bereits das Rentenalter. Heider: "Dazu äußere ich mich ein Jahr vorher."
Neben seinem Beruf schlägt sein Herz für Brauchtumsveranstaltungen wie Schützenfeste oder Karneval: "Die halten die Gesellschaft genauso zusammen wie Sportvereine. Vereine gibt es zum Glück viele in Hamborn."
Weihnachten ist bekanntlich die Zeit, in der man sich etwas wünschen darf. Was wünscht sich der Bürgermeister des Bezirks Hamborn? "Dass bis 2020, vielleicht auch 2022, die komplette Umgehungsstraße von der A59 an der Warbruckstraße bis zur Steag in Walsum fertig wird." Und was noch? "Ich wünsche mir mehr Grün. Wir haben schon viel, aber ich wünsche mir noch mehr für die 'grüne Lunge'." Was Hamborn seiner Meinung nach nicht braucht, sind mehr Discounter: "Es gibt genug Möglichkeiten. Dafür lieber mehr Lebensqualität. Und ich wünsche mir, dass Hamborn weiterhin das zweite Einkaufszentrum in Duisburg bleibt."
Eines steht auf jeden Fall fest: Uwe Heider wird auch 2017 nicht müde werden, für seinen Stadtteil Werbung zu machen. "Wir haben viele Anfragen von Investoren, wir haben hier DAX-Unternehmen wie Thyssen oder Immobiliengesellschaften, wir haben in Neumühl weltweit agierende Firmen - die müssen wir hier am Standort halten."
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Karl-Heinz Steinert aus Duisburg | 21.12.2016 | 22:10  
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