BI Pro Bissingheim lädt ein

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Duisburg: Bissingheim | In der heutigen Sitzung der Bezirkvertretung Süd und am 20. Juni im Rat der Stadt Duisburg soll über den Rahmenplan zum Neubaugebiet Wedau/Bissingheim beraten und abgestimmt werden. Mehrere Bissingheimer Bürger haben sich mit dem unten stehenden Text an die Volksvertreter in der Bezirksvertretung Süd und im Rat der Stadt Duisburg gewandt, damit die berechtigten Interessen der Bissingheimer in der Planung berücksichtigt werden. Man fühlt sich von der Entwicklung abgekoppelt und sieht erhebliche Nachteile für den Stadtteil Bissingheim.

Desweiteren lädt die Bürgerinitiative Pro Bissingheim zu einer Veranstaltung zu dieser Thematik ein. Sie findet statt am Dienstag, 7. Juni, um 19 Uhr in der Gaststätte Seitenhorst am Dorfplatz in Bissingheim ein.



Hier das Schreiben der BI Pro Bissingheim an die Vertreter im Bezirk und im Rat:

Rahmenplanung ehemaliger Rangierbahnhof Duisburg Wedau

Wir Bissingheimer Bürger sind sehr besorgt, über die Pläne für das Neubaugebiet Wedau. Wir begrüßen die Entwicklung des Geländes zu einem Wohngebiet, sind aber verärgert über wesentliche Elemente der Rahmenplanung. Die Bebauung eines neuen Wohngebietes muss bereits in der Planung auch die Belange der angrenzenden bestehenden Bebauung berücksichtigen. Dies ist bislang leider nicht erfolgt. Die Umsetzung der Rahmenplanung führt zu einer völligen Isolierung und Benachteiligung des Stadtteils Bissingheim. Zudem werden wesentliche Chancen zur Vermarktung des neuen Wohngebietes vertan. Wir fordern daher die politischen Vertreter in der Bezirksvertretung Süd sowie im Rat der Stadt Duisburg auf, die Anliegen der Bissingheimer Bürger zu berücksichtigen und den Rahmenplan in folgenden Punkten zu ändern bzw. zu erweitern:

Leistungsfähiges ÖPNV-Konzept für das Neubaugebiet und damit auch für die bestehenden Stadtteile Wedau und Bissingheim

Es ist nicht akzeptabel, dass bislang noch keinerlei Lösungen für die Anbindung der Stadtteile an den ÖPNV vorliegen. Es ist vollkommen absurd, ein riesiges Neubaugebiet an eine bestehende Eisenbahnstrecke zu bauen, ohne dafür Sorge zu tragen, dass die Bewohner auch tatsächlich über die Schiene ihr Zuhause erreichen können. Zum 31.12.2017 wird der „Entenfangexpress“ ersatzlos gestrichen, so dass für die Wedauer und Bissingheimer die schnelle Erreichbarkeit der Duisburger Innenstadt wegfällt. Dies bedeutet einen erheblichen Attraktivitätsverlust für beide Stadtteile. Die S-Bahnlinie über Ratingen nach Düsseldorf (mit Halt in Wedau) wird seid über zwei Jahrzehnten diskutiert und ist bisher immer als unrealisierbar abgelehnt worden. Nach wie vor ist sie nur ein Wunschtraum. Ohne eine direkte Zugverbindung nach Düsseldorf wird sich das Neubaugebiet nur schwer vermarkten lassen und vor allem für Düsseldorfer Bürger völlig uninteressant bleiben. Wir fordern, dass die Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Duisburg-Ratingen-Düsseldorf vor Beginn der Bauarbeiten gesichert ist. Die Zugverbindung muss zwei Haltepunkte im Neubaugebiet haben; einen in der Ortsmitte (auf Höhe des Bissingheimer Bahnhofs) und einen im neuen Gewerbegebiet nördlich der Wedauer Brücke.

Fußgängerbrücke auf der Höhe des Bissingheimer Bahnhofs

Der Rahmenplan sieht die Fußgängerbrücke am nördlichen Ende Bissingheims, auf der Höhe der freiwilligen Feuerwehr, vor. Damit würde der Stadtteil Bissingheim abgehängt“ und ein Zusammenwachsen mit dem neuen Wohnbezirk komplett verhindert. Die Fußgänger- und Radfahrerbrücke muss von der Ortsmitte Bissingheims ausgehen und damit auch die Ortsmitte des Neubaugebietes erschließen. Wir haben in Bissingheim mit verschiedenen Geschäften und Ärzten, mehreren Kindertagesstätten, einer Grundschule, der katholischen Kirchengemeinde, der AWO und dem sehr aktiven Eisenbahner Turn-und Sportverein eine gut funktionierende Infrastruktur (mit z.T. freien Kapazitäten) , die von den Bewohnern Wedaus mitgenutzt werden könnten. Auch eine enge Verzahnung des ETuS Bissingheim und des ETuS Wedau bietet sich an, ist jedoch nur durch eine Verbindung der Ortszentren möglich.

Konzept zur Regelung des Individualverkehrs

Auch diese Frage wird im Rahmenplan nicht ansatzweise geklärt. Um nicht später auf unlösbare Probleme zu stoßen, muss bei einem Neubaugebiet der geplanten Größe dazu bereits in der Planungsphase ein realistisches Konzept erarbeitet werden (genauso wie auch beim ÖPNV). Wenn täglich mehrere tausend Autos aus dem Neubaugebiet strömen, stellt sich vor allem für Bissingheimer die Frage: Wie soll der Verkehrsfluss an der Ortseinfahrt bzw. Ortsausfahrt Bissingheims geregelt werden? Wie wird sichergestellt, dass es hier nicht zum völligen Verkehrschaos und unzumutbaren Wartezeiten kommt? Alternativen sind westlich über die Straße am See und vor allem südlich über die Saarner Straße zur BAB-Ausfahrt Lintorf gegeben. Hier könnten bestehende Straßen genutzt werden.

Umwelt- und Lärmschutz

Wir fordern Einsicht in das hydrologische Gutachten zu dieser Planung. Insbesondere treiben uns folgende Fragen um: Welche Folgen ergeben sich durch den 600 000 Tonnen schweren Lärmschutzwall für den ohnehin schon sehr hohen Grundwasserspiegel in Bissingheim? Ist der Abfluss des Oberflächenwasssers in Richtung Sechs-Seen-Platte weiterhin gewährleistet? Darüber hinaus befürchten wir eine Belastung des Grundwassers durch das im Lärmschutzwall verbaute kontaminierte Erdmaterial. Wie wird eine solche Belastung ausgeschlossen und welche Kontrollen sind dauerhaft vorgesehen?

Wir erwarten eine nicht unerhebliche Staubbelastung der angrenzenden Stadtteile während der Bauphase. Aufgrund der vorherrschenden Westwindlage wird dies vor allem Bissingheim betreffen. Wie wird sichergestellt, dass Bissingheim in der Bauphase nicht durch kontaminierte Stäube beeinträchtigt wird?

Wir bezweifeln, dass die geplante Lärmschutzwand keinen Schall zurückwirft. Eine weitere Lärmbelastung der Bissingheimer Bürger wäre katastrophal. Wir fordern Einsicht in das vorhandene Lärmgutachten sowie Messung der Lärmbelastung in Bissingheim vor und nach dem Bau des Walls.Gegebenenfalls muss der Lärmschutz an der Bahnstrecke nachgebessert werden. Es kann nicht sein, dass der neue Stadtteil mit hochkarätigem Lärmschutz ausgestattet wird und die Altbürger zusätzlicher Lärmbelastung ausgesetzt werden.

Wir Bissingheimer fordern Bürgerbeteiligung, nicht nur Bürgerinformation!
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