"Das haben wir nicht gewusst, das haben wir nicht gewollt!" - mit freundlichen Grüßen an die Großdemo in Köln

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Duisburg: Duisburg | Er stammt aus kleinen Verhältnissen, aber er will sich hochkämpfen. Er ist sich sicher, dass die Vorsehung Großes mit ihm vorhat. Ein politischer Messias für sein Volk, das von einstiger Größe träumt. Er muss nur noch dieses Volk selbst von seiner Erlöserrolle überzeugen. Und er tut alles dafür.

Er formt eine ihm hörige politische Partei und bringt sie immer weiter nach vorn. Rückschläge wie eine Gefängnishaft können ihn nicht aufhalten. Und als seine Partei aus demokratischen Wahlen als stärkste Kraft hervorgeht, katapultiert ihn das an die Spitze des Staates. Aber am Ziel ist er noch lange nicht. Er will die unumschränkte Macht. Seine politischen Gegner sind ihm ein Dorn im Auge, der die Glückseligkeit seiner Macht noch zu sehr trübt.

Da kommt ihm ein Angriff aufs Parlamentsgebäude als Geschenk des Himmels gerade recht. Ohne Beweise vorlegen zu können, hat er die Schuldigen schnell ausgemacht - und seine Getreuen, deren Zahl wächst und wächst, glauben ihm. Eine Hetzjagd und eine Verhaftungswelle toben im Land. Er mag keine kritischen Stimmen.

Und für die innerparteilichen Abweichler inszeniert er einen Putsch eines ehemaligen Weggefährten, den er einschließlich seiner Anhänger in unbarmherziger Art und Weise hinwegfegt.

Militär, staatliche Institutionen und die öffentliche Meinung werden auf Kurs gebracht, auf seinen Kurs: Sie werden gleichgeschaltet. Aus Karrieregründen, aus Angst, aber auch aus Überzeugung folgt eine Welle der Selbstgleichschaltung.

Die Massen jubeln ihm zu und erkennen jetzt: Er ist wahrlich der Messias, der Erlöser unseres Landes, unseres Volkes. Die Massen folgen ihm blind in völkischem Bewusstsein. Auf den Straßen und Plätzen hudigen sie ihm, aus den Fenstern der Häuser wehen die Fahnen. Das Gefühl, endlich wieder ein starkes Volk mit einem starken Führer zu sein, beherrscht das Land. Und wer sich dem Volk mit ihrem Führer in den Weg stellt, wird zermalmt. Und das Ausland taktiert und verkennt derweil die große Gefahr.

Aber der Rausch der Macht reicht dem Führer nicht, er will mehr. Und das wird er auch schaffen. Der Plan der Vorsehung ist noch nicht vollendet. Und auf sein Volk kann er sich verlassen. Die Reaktionen aus dem Ausland entlocken ihm nur ein müdes Grinsen.

Die Jahre 1933/34 schicken freundliche Grüße an die Großdemo in Köln.
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6 Kommentare
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Josef Dransfeld aus Duisburg | 30.07.2016 | 15:27  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 30.07.2016 | 21:22  
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Josef Dransfeld aus Duisburg | 30.07.2016 | 22:06  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 30.07.2016 | 22:29  
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Peter Sternitzki aus Oberhausen | 31.07.2016 | 01:31  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 01.08.2016 | 16:04  
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