Das Mercator-Quartier nimmt Formen an

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Das Berliner Architektenbüro Gewers & Pudewill hat beim städebaulichen Wettbewerb den ersten Preis errungen.

Wie bekannt, soll der Standort des Berufskollgs zwischen Oberstraße, Gutenbergstraße und Obermauerstraße neu genutzt werden. Fünf Planungsbüros haben städtebauliche Konzepte dafür eingereicht, ein Studententeam der Rhein-Main-Universität Wiesbaden hat außer Konkurrenz teilgenommen. Die Aufgabenstellung sah eine Nutzungsmischung aus Wohnen, Dienstleistung / Büro und Hotel / Gastronomie vor. Außerdem war der Masterplan Innenstadt zu beachten. Es soll ein "attraktives urbanes Quartier mit einem unverwechselbaren Charakter unter Berücksichtigung der geschichtlichen Bedeutung des Ortes" entstehen.

Vom 18. bis 20. Januar 2011 fanden in Duisburg Kolloquien statt. Die Wettbewerbsteilnehmer konnten zu dieser Zeit die Vorstellungen und Planungsziele der beteiligten städtischen Fachverwaltung und der Bürger, die am 19. Januar zu einer Abendveranstaltung eingeladen waren, kennenlernen. Die Arbeiten (einschließlich eines Modelles) wurden Mitte Februar eingereicht.

"In einer ausführlichen Vorprüfung durch die Fachverwaltung wurden die Arbeiten nach folgenden Kriterien geprüft: städtebauliche Gesamtlösung, Bautypologien, städtebauliche und architektonische Beziehungen, Verkehrskonzept und Erschließung, ruhender Verkehr, Grün und Freiraum, Anforderungen der Denkmalpflege, Nutzungsmischung, Nachhaltigkeit und Ökologie sowie Bildung von Bauabschnitten und Realisierbarkeit. Die Vorprüfungsergebnisse flossen in die Bewertung durch die Preisrichter mit ein," berichtet Christian Lehmhaus als Wettbewerbskoordinator.

Die neun Sach- und Fachpreisrichter tagten am 2. März 2011. Es gab ein mehrstufiges Beratungsverfahren. In einem ersten Schritt stellten die Wettbewerber ihre Arbeiten und Pläne vor; sie hatten dafür 30 Minuten Zeit. In dem dann folgenden mehrstufigen Beratungsverfahren wurden die Pläne dann diskutiert. Im dritten Durchgang fiel dann die Entscheidung. Das Planungsteam "Gewers & Pudewill GPAI GmbH" aus Berlin erhielt den mit 6.000 Euro dotierten ersten Preis, "Wick + Partner Architekten Stadtplaner" aus Stuttgart den zweiten Preis und "Niemann + Steege mit Eller + Eller GmbH, rheinflügel severin und jbbug" aus Düsseldorf den dritten Preis.

"Der Entwurf besticht durch ein sehr klares städtebauliches Konzept, das einerseits einen Blockrand formuliert und andererseits in der inneren Strktur die historichen Wegeverbindungen konsequent aufnimmt. Folgerichtig gibt es zwei sehr unterschiedliche Quartierbilder: Eine sehr urban geprägte Außensicht und eine kleinteilige Struktur entlang der historischen Wege. Diese Atmosphären werden auch durch die bauliche Ausprägung gelungen akzentuiert," heißt es in der Urteilsbegründung.

"Das Gelände ist ein Filetstück," betont Prof. Heinz Nagler, einer der Fachpreisrichter. "Die Rahmenbedingungen waren aber nicht ganz einfach. So war beispielsweise die Denkmalpflege zu beachten. Wir gehen davon aus, daß es historische Kellerparzellen gibt. Der Neubau muß sich am Rückbau des Bestandes orientieren. Jeder Beitrag war innovativ und qualitativ hochwertig. Der Gewinner hat die Rahmenbedingungen des Foster-Planes weiter ausdifferenziert. Das Areal wurde als Einheit begriffen und nicht in Einzelsegmente untergliedert. Die bildstarken Elemente sind imagebildend. Das Ende des Wettbewerbs ist aber noch nicht erreicht. Die Stadt sucht noch einen geeigneten Investor. Es ist daher selbstverständlich, daß an dem Projekt weitergearbeitet wird. Es gab ein nichtoffenes Verfahren. Die Wettbewerbsteilnehmer wurden also gezielt angesprochen. Es gab ein kooperatives Verfahren. Es gab also Vorgespräche mit Verwaltung und Bürgern. So soll eine höhere Akzeptanz und ein besseres Ergebnis erreicht werden."

"Es pressiert nicht. Es muß nicht alles, was es heute gibt, in 9 Monaten verschwunden sein. Es gibt lebendige Infrastrukturen, die einen Ausweichort brauchen. Es hätten auch noch einige Anmerkungen, die überarbeitet werden müssen," beruhigt Adolf Sauerland.

Bei der Vorstellung der Ergebnisse ist von einem Zeitfenster von 5 bis 8 Jahren die Rede. Der Investitionsrahmen wird bei über 100 Millionen Euro liegen.
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