Der 9.November 1938 klagt heutzutage an: Diktaturen, Islamisten, Rechtspopulisten

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Der 9.November, ein geschichtsträchtiges Datum:

9.November 1799: Staatsstreich Napoleons und damit Ende der Französischen Revolution
9.November 1918: Ausrufung der ersten deutschen Republik durch Scheidemann von einem Fenster des Reichstagsgebäudes
9.November 1923: Kläglich gescheiterter Hitler-Ludendorff-Putsch in München
9.November 1938: Reichspogromnacht
9.November 1989: Fall der Mauer

Die Aufzählung ließe sich ergänzen.

Seit Jahren nun hat sich der 9.November in Deutschland als Gedenktag etabliert, an dem an die Pogrome gegen die deutschen Juden erinnert wird.


Nein, nicht nur erinnert. Es geht besonders darum, das Geschehene als Mahnung im Bewusstsein der Öffentlichkeit aufrechtzuerhalten.

Und jedes Jahr findet im Duisburger Rathaus eine Gedenkstunde statt, an die sich ein Schweigemarsch zum Mahnmal am Rabbi-Neumark-Weg anschließt. So auch jetzt wieder. Fast zeitgleich demonstrierte Pegida in Bahnhofsnähe und verbreitete fremdenfeindliche Stimmung. Dort hatte sich eine Gegendemo formiert, die deutlich machte, dass Pegida nicht "das Volk" ist und Duisburg sich quer stellt.

Wohl unter dem Eindruck der Pegida-Demonstration nahm Oberbürgermeister Sören Link im Rathaus die Erinnerung an die Novemberpogrome des Jahres 1938 zum Anlass, überspitzt darauf hinzuweisen, dass Deutschland auf dem Wege sei, von seiner Vergangenheit, von seiner Geschichte eingeholt zu werden. Link stellte die aktuelle flüchtlingsfeindliche Stimmung zurecht an den Pranger, sein Verweis auf den Antisemitismus, der während der Nazizeit seinen Höhepunkt erreichte, verkennt allerdings die derzeitige in ihrer großen Mehrheit humanitäre Einstellung der Deutschen in der Flüchtlingsfrage, für die Deutschland in aller Welt Staunen und Bewunderung erntet.

Der 9.November 1938 war für alle Menschen das nicht zu übersehende Fanal eines rassistischen Feldzugs einer Diktatur und einer gleichgeschalteten Gesellschaft gegen die eigenen jüdischen Mitbürger, der schließlich in einen mörderischen, menschenverachtenden Vernichtungsfeldzug gegen das Weltjudentum mündete. Viele Juden fanden Asyl im Ausland, andere konnten sich allerdings nicht vorstellen, dass Deutschland den jüdischen Teil seiner Bürger ausrotten wollte, deshalb blieben und schließlich in die Vernichtungsmaschinerie der Nazis gerieten. Der Holocaust fand im Begriff Auschwitz seine geographische Verortung und liegt seitdem wie ein Schatten auf Deutschland und seinen Menschen.

OB Sören Link versäumte es völlig, obgleich es nahe lag, Parallelen der Reichspogrome mit den Zuständen im Nahen Osten zu ziehen. In Syrien zieht ein Diktator gegen die eigene Bevölkerung zu Felde, inzwischen von den Russen tatkräftig unterstützt. Was der Antisemitismus in Deutschland damals war, ist in gewisser Weise heute der Islamismus im Nahen Osten und in Teilen Afrikas, den in seiner heutigen Ausprägung erst das Vakuum ermöglicht, wenn auch nicht verursacht hat, das durch das militärische Eingreifen des Westens unter maßgeblicher Führung der amerikanischen Bush-Administration im Nahen Osten entstanden ist. Im Namen Allahs massakrieren mörderische IS-Terrormilizen alles, was sich ihnen nicht unterordnet, sowohl die in ihrem Sprachgebrauch "Ungläubigen" als auch die Glaubensbrüder und Glaubensschwestern, die ihre Auslegung des Korans nicht teilen.

Und wie damals der Teil der Juden, der aus Deutschland und dem umliegenden Ausland geflohen war, auf Asyl in sicheren Ländern angewiesen war, so sind es jetzt diejenigen Menschen aus Asien, die vor Diktatur und Islamismus fliehen. Nicht umsonst hat das Deutschland der Nachkriegszeit das Asylrecht an exponierter Stelle im Grundgesetz verankert.

So ist das Erinnern an die Reichspogromnacht des 9.November 1938 nicht nur eine Anklage gegen den in Deutschland stärker werdenden Rechtspopulismus mit seiner latenten und offenen Fremdenfeindlichkeit, sondern besonders eine überdeutliche Anklage gegen die Diktaturen und den Islamismus in vielen Herkunftsländern der bei uns ankommenden Flüchtlinge.
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 11.11.2015 | 18:48  
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