Deutsche G20-Präsidentschaft 2017: Landraub in Afrika muss gestoppt werden

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Dietmar Schäfers, Stellvertretender Bundesvorsitzender IG BAU (Foto: IG BAU Paul Schimweg)
Frankfurt am Main, 14.10.2016
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) appelliert an das Bundesfinanzministerium, bei der Planung für die G20-Präsidentschaft 2017 soziale und ökologische Belange nicht zu vernachlässigen. Insbesondere bei dem Schwerpunkt, Investitionen in afrikanischen Ländern zu stärken, müssen die Interessen der Menschen und der Umwelt berücksichtigt werden.

„Es ist gut, dass die Bundesregierung das Thema Afrika ganz oben auf ihre G20-Agenda setzt. Das darf aber nicht zu einem weiteren Ausverkauf des Kontinents führen. Landgrabbing ist bereits heute in hohem Maß für Not und Elend der heimischen Bevölkerung verantwortlich. Die rücksichtslose Jagd internationaler Investoren nach Ackerland muss gestoppt und nicht noch erleichtert werden“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers.

Hintergrund der Befürchtungen ist eine Äußerung des Regierungsberaters für den Afrika-Schwerpunkt der deutschen G20-Präsidentschaft, Paul Collier. Er kündigte in der aktuellen Ausgabe der „Zeit“ an, die Bedingungen für private Investitionen zu verbessern. Die Planungen dazu erstellt er zusammen mit dem Bundesfinanzministerium.

„Weltweit wissen Investoren nicht wohin mit ihrem Vermögen. Angesichts von Mini- oder sogar Minus-Zinsen steigt die Attraktivität von Ackerland als Geldanlage. Wer den Menschen in Afrika aber die Nutzung angestammter Landflächen entzieht, verschärft ihre Armut. Es werden sich mehr Hunger- und Wirtschaftsflüchtlinge auf den Weg nach Europa machen und nicht weniger“, sagte Schäfers. „Die Experten müssen dies bei ihren Planungen zwingend beachten. Investitionen nur um der Investitionen Willen bringen Afrika nicht voran, sondern machen nur internationale Konzerne und deren Eigentümer reicher.“

Weitergabe Presseinfo der IG Bauen-Agrar-Umwelt
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